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geschrieben am: 25.06.2002 um 22:51 Uhr
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Ok, der Thread ist jetzt schon etwas älter, aber ich möchte auch gerne noch etwas dazu sagen, wenn ich darf.
Ich habe nichts gegen Ausländer. Kein Aber. Dies ist jedoch eine Aussage, die viel zu platt ist, um sie so einfach im Raum stehen zu lassen. Zunächst finde ich es schockierend, dass noch immer auf unserer dunkeln Vergangenheit derart herumgeritten wird. Natürlich, es ist Teil unserer Geschichte, aber auch Teil unserer Entwicklung als Land und dessen Bewohner. Mittlerweile befinden wir uns auch in Genrationen, wo der größere Teil der Bevölkerung diese Zeit nur noch aus dem Geschichtsbuch kennt, gar nicht live dabei war (nicht mal beim Wiederaufbau) und schon gar nichts dafür kann. Es ist in meinen Augen eine Frechheit, dass uns bei jeder Gelegenheit dieser Schandfleck vorgehalten wird. "Ihr Deutschen seid doch eh alle Nazis" (Schon gehört, sonst würd ich das hier nicht anbringen) muss man sich da anhören. Zahlt die BRD eigentlich immer noch am meisten in den EU-Pott ein? Woher kommt es, dass die BRD am meisten Unterstützungsgelder zahlt? Wie zB nach dem Erdbeben in der Türkei damals? Weil jeder im Hinterkopf immer noch denkt: "Freundlich sein gegenüber 'Ausländern', sonst bin ich ein Nazi".
Um mal in die Fäkalsprache abzurutschen: Ich find's scheiße, dass man nicht seine ehrliche Meinung sagen darf, ohne dass man gleich ins rechte Milieu gesteckt wird.
Wir haben vor einigen Jahren (mittlerweile viel zu vielen Jahren...oh gott, bin alt *stöhn**g*) bei einem Integrationsprogramm mitgemacht. Wir wurden einer Aussiedlerfamilie aus Russland zugeteilt. Zu der Zeit sind viele Ausiedler- und Asylantenfamilien in eine Bungalow-Siedlung in unserem damaligen Wohnort gezogen. Wir haben dieser Familie alte Kleidung von uns geschenkt, sie immer wieder besucht, zum Essen eingeladen, sind von denen zum Essen eingeladen worden, haben mit ihnen Weihnachten gefeiert...zwei ihrer Kinder waren bei mir in der Klasse (und ich hab mich mit jedem geprügelt, der was gegen sie gesagt hat...jaja, die gute alte Grundschule *g*)...und haben ihnen schließlich beim Umzug geholfen, als sie, stolz wie Oskar, ein kleines, heruntergekommenes, aber immer noch sehr gut bewohnbares Haus gekauft haben. Wir sind auch immer noch sehr gut befreundet.Dennoch muss ich leider sagen: Die meisten Russen, die ich kenne, find ich zum kotzen, einfach Arschlöcher. Ich weiss allerdings auch, wo das Problem liegt. Es sind genau solche Wohnbunker, von denen black_angel geschrieben hat. Das ist ein ganz normaler, sozialer Prozess. Diese Familien kommen aus Russland hierher, werden dort zusammengepfercht. Am Anfang dürfen sie nicht arbeiten, müssen erst eine Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis bekommen usw. Die meisten können auch kaum Deutsch. Nun sitzen die da, hocken den ganzen aufeinander, sprechen nur russisch...
Irgendwann bildet sich eine große Gemeinschaft, jeder steht für jeden ein. Mit diesem Wissen im Rücken fangen sie an, sich wie die Kings zu fühlen und verhalten sich auch so.
Ich arbeite in einer Kneipe. Mit den Russen hatten wir am Anfang ganz große Probleme. Die kamen rein, machten sich breit, jeder, der ihnen zu nahe kommt, wird angeschnauzt, und die Bedinung (also ich) wird behandelt wie ein Sklave, der nur da ist, um nur sie zu bedienen. Bitte und Danke sind Fremdwörter. Mit der Zeit hat sich das gebessert.
Aber man könnte das auch gleich unterbinden, indem man eben, statt Geld für solche Wohnbunker auszugeben, lieber Projekte startet, um Asylanten und Aus(Ein)siedler zu integrieren. Weil soo viel Geld haben wir nu auch nicht.
So, das soll erst mal reichen. Ich könnt noch viel mehr dazu sagen, aber mir fällt gleich die Hand ab.
Der Wolf |
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