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geschrieben am: 04.01.2002 um 20:32 Uhr
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Warum fügen sich soviele Menschen selber Schmerzen zu? (ob seelisch oder körperlich oder beides spielt da keine rolle)
Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt. Vielleicht habe ich deswegen Sozialpädagogik studiert, um mich selbst und andere besser verstehen zu können. Es gibt so erschreckend viele, die große Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl haben und ich gehöre da auch dazu (und ich hasse es, diese Probleme zu haben, deswegen kämpfe ich auch um mich selber und gegen diese innere Stimme, die dauernd sagt "Du kannst das nicht, du kannst jenes nicht" na und?!!). Und so oft kaschieren sie, wenn sie sich schlecht fühlen und stecken da richtig viel Kraft rein. Sie tun so, als ob sie die Lustigkeit in Person sind (sobald man durchschaut wird, bricht alles zusammen, wie bei mir heute mal wieder), als ob alles in Ordnung ist, ja gar nicht besser laufen und sie rein gar nichts umhauen könnte, sie vor Selbstbewußtsein strotzen um andere nicht zu enttäuschen, um nicht als Mimose zu gelten, nicht wertlos zu sein, nicht das Gefühl zu haben nicht gut genug, nicht perfekt genug zu sein für diese Welt. Und dabei möchten sie nichts anderes als Anerkennung.
Und selber sich diese zu geben und Fehler zuzugestehen, ist wahnsinnig schwer und erst recht, wenn man innerlich weinen möchte, weil man mal wieder so unzufrieden ist mit sich. (Das ist bei mir zum Glück kein Dauerzustand, denn ich mag mich (immer öfter))
Sie würden sich danach sehnen, wenn jemand endlich mal ihr Leid sehen und sie trotzdem mögen und wertschätzen würde. Und gleichzeitig ist dieser Wunsch wieder ein Zeichen der Schwäche also darf man ihn ja erst gar nicht zulassen und muß die Bedürfnisse und den Schmerz der Seele kaschieren oder betäuben/bestrafen wenn es nicht mehr anders geht.
In unserer Gesellschaft herrscht ein sehr rauher Umgangston, denn der Konkurrenzdruck ist einfach mal enorm geworden, man wird untergebuttert, wenn man zu sensibel ist. Das fängt ja schon bei den Kindern an. Oft haben Gefühle und das Recht, Fehler machen zu dürfen (schließlich ist man ein Mensch und keine Maschine) keinen Platz, denn man wird angreifbar dadurch.
Doch je perfekter man sein möchte und je unangreifbarer, umso stärker isoliert man sich, denn je näher man jemandem kommt (und Beziehung und Freundschaft, die (fast) jeder Mansch braucht, bedingen Nähe), umso verletzbarer wird man. Das ist ein Teufelskreis, in dem mehr Menschen gefangen sind, als man glaubt.
Und das Traurige für meine Begriffe ist, oft sind es gerade die betroffen, die alles andere brauchen, als sich klein zu machen und zu verstecken, die, die einen wirklich guten Charakter haben, die echte Freunde sind (oder wären, wenn sie sich nicht gerade total zurückgezogen hätten, weil sie die Maskerade nicht mehr aushalten), gerade die, die am wenigsten Grund haben, sich zu hassen.
Ich denke da gerade an jemanden ganz Bestimmtes.
Bitte hör auf, dich zu quälen, ich weiß ganz genau, wie du dich fühlst, aber ich habe hilflos daneben gesessen, als du dir so wehgetan und auf dir selbst herumgetrampelt bist. Und ich fühlte mich so unendlich traurig, daß ich dir nicht begreiflich machen konnte, was für ein wertvoller Mensch du bist, dir überhaupt nicht helfen konnte. Später sagtest du, daß ich dir geholfen hätte, indem ich einfach da gewesen wäre. Das hat mir wieder mehr Kraft gegeben, zum Weiterkämpfen. Wir dürfen uns doch nicht kaputtmachen lassen!!! Du weißt, daß ich trotzig bin *lächelt*
speziellen Dank noch an Sisterchen, du weißt schon wofür :-) |
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