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Nutzer: wahoo
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geschrieben am: 04.01.2002    um 20:12 Uhr   
was? die beiträge von stormclud sind gelöscht?? wieso das denn? com verbot hin oder her... jetzt iss dieses thema wirklich müll bzw. die antworten darauf. jetzt ergibt es alles keinen sinn mehr.

boah..

wahoo, die hier jedes kommentar interessant fand, außer die von seth. iss der auch gelöscht? ;-)

p.s. ich bewundere sehr wie manche leute hier in diesem beitrag ihr gefühle äußern können, auch wenn es nur geschriebene worte sind.
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Nutzer: Traumstern
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geschrieben am: 04.01.2002    um 20:10 Uhr   
Ich finds schade, dass stormclouds Beiträge hier weg sind... falls sich noch jemand für den kompletten Thread interessiert, ich hab ihn noch gespeichert. Wer Interesse hat, kann mir einfach kurz Bescheid sagen.

Und die Bitte... macht den Thread nicht noch mehr kaputt und diskutiert über die Löschung bitte im Disput und nicht hier. Der Thread ist mir wichtig und ich möchte nicht, dass er in den OT-Bereich rutscht.

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Nutzer: zwirbella
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geschrieben am: 04.01.2002    um 20:06 Uhr   
Löschung eines Com-Verbotlers ist keine Willkür. Weitere Kommentare zu den Löschungen bitte im Disput in diesem Thread - siehe Beitrag, da es sich um Kritik an CC handelt. Merci.

Liebe Grüße,

Zwirbella
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Nutzer: hobbs
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geschrieben am: 04.01.2002    um 16:39 Uhr   
Ist ja toll, nun ist der Thread soviel wert wie Müll...,
weil der ganze Kontext eigentlich zerpflückt ist. Wo sind
die Beiträge von stormcloud?

Auch wenn er Forenverbot hätte, in diesem Thread hat er
nichts gegen CC-Politik geäussert!

hobbs
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"Autor"  
Nutzer: hobbs
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geschrieben am: 04.01.2002    um 14:50 Uhr   
Hallo Leute,

ich lese eigentlich nicht mehr richtig in den Foren, meine
Freundin hatte mich auf diesen Thread hingewiesen und ich
muss zugeben, ich hatte den Eindruck gehabt, dass ich in den
Spiegel blickte...
Zwar verletze ich mich nicht mit Ritzen auf den Armen oder
so. Ich verletze mich eher auf die seelische Art. Man sieht
meine Verletzungen so nicht. Ich bin jetzt schon 23 Jahre
und bald 24. Ich glaube, ich habe jetzt durch diesen Thread
endlich begriffen, wie schlimm ich an einer psychischen
Krankheit erkrankt bin. Vorher war mir das nicht bewusst.
Ich bin ein sehr destruktiver Mensch, auch wenn man mir hier
oder auch in der Realität nicht ansieht. Bei der äusseren
Ansicht bin ich eher ein friedlicher Mensch, mit dem man
auf Du-und-Du Ebene sein kann. Aber ich merke mir sehr schnell
die Schwächen anderer. Ich mache es unbewusst und verletze
die Leute in meiner Umgebung in ihrem wundesten Punkt. Das
Problem ist, dass ich das oft nicht will. Ich verletze mich
auf diese Art gleichzeitig. Oft raste ich aus, dass meine
Familie mich am liebsten in eine Gummizelle stecken würde.
Ich mich manchmal auch. Ich mache alles, wenn ich in meinem
Wut-Zustand bin, kaputt. Ich werfe die Möbel - nicht nur die
leichten, sondern auch schwere - um, beschädige sie. Danach
fühl ich mich für einen kurzen Moment besser, aber das währt
nicht lange und ich entwickele große Schuldgefühle und will
alles gutmachen, worauf ich meistens auf Widerstand stosse,
der mich innerlich verletzt. Es ist irgendwie ein Teufelskreis.

Seit wann ich schon in diesem Zustand war, werden viele
fragen oder auch nicht, falls es keinen interessiert...
Naja, seit meiner Kindheit ist das so. Aber mit dem Alter
wurde es immer extremer. Ich leide darunter...
Ich habe nicht viele Freunde, weil ich die meisten längst
schon vergrault habe. Meine Familie versteht mich auch nicht,
aber sie können mich nicht abstossen, wie es meine damaligen
Freunde es taten.
Ich fühl mich allein und ich will nicht allein sein und dann
fand ich den Chat und ich wurde süchtig nach Chatten, weil
ich hier nicht allein war irgendwie.
Nur das Problem war, dass ich meine reale Welt vernachlässigt
hatte, dass mein reales Leben noch mehr den Bach hinunterging.

Ich will keinen Mitleid von Euch, bemitleiden kann ich mich
selber am besten...

Vielleicht sollte ich sagen, dass ich selber nicht viel
spreche und meine Gefühle erwidern kann oder ausdrücken kann.
Ich hatte meine Gefühle nur über Medien übermitteln können,
da war der Chat ganz gut. Oder ich hatte damals gemalt und
meine Gefühle in Bildern ausgedrückt oder ich hatte ge-
schrieben.

Aber ich hatte immer den Eindruck gehabt, dass mich keiner
verstanden hatte, bis ich meine Freundin gefunden hatte. Sie
hatte mich verstanden, ich danke ihr...
Oft hatte ich den Eindruck, die Leute wollten einfach nicht
verstehen...ist auch egal...

Ich glaube, ich habe ausserdem noch den Helfer-Syndrom. Ich
helfe den Leuten gerne, irgendwie befriedigt mich das und
gibt mir das Gefühl, dass ich was geleistet habe. Es währt
auch nicht lange...und man wird wieder wie Dreck behandelt.

Die heutige Gesellschaft wirkt auf mich irgendwie so: Produzierst
du, dann taugst du...andere Sachen werden nicht gefragt...
Hier ist es nicht anders, hier im Chat....

Zwar würde ich vieles schaffen, aber wenn man mir seit meiner
Kindheit nur als Versager bezeichnet hatte, weil ich meine
Klappe nicht aufgerissen hatte wie die anderen Kinder und
ich meine Worte lieber in Bildern gemalt hatte. Ja, meine
Eltern hatten auch gedacht, ich sei geistig nicht so fit,
obwohl für eine Aufnahmeprüfung in Kindesalter schon über
80% der Punkte erreicht hatte. Verstanden hatte mich irgend-
wie keiner.

@Traumstern
Ich wäre wirklich zu dir gefahren, weil ich dich mochte,
ich mag dich immernoch. Aber du wolltest nicht, dass ich zu
dir fuhr. Deswegen bin ich nicht gefahren.
War schön trotzdem, dich kennengelernt zu haben, auch wenn
nur virtuell...

hobbs(mailto)


Geändert am 04.01.2002 um 15:30 Uhr von hobbs
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Nutzer: blackdevil8564
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geschrieben am: 03.01.2002    um 16:21 Uhr   
Ich muß mich jetzt auch mal äußern. Es ist schwer, wenn man erst nach 10 Tagen oder 100 Antworten hierherfindet und vieles, was man hätte sagen können oder wollen, bereits gesagt ist, aber ich versuchs trotzdem.

@ Traumstern: Vielen Dank, das du mir die Möglichkeit gegeben hast, diesen Thread zu lesen, vielleicht hätte ich ihn ja durch Zufall mal entdeckt, aber wer weiß, wann das gewesen wäre. Es ist schön, das du es endlich schaffst hast, deine Geschichte zu erzählen, es sieht wirklich so aus, als wenn dir das hilft und es dir etwas besser geht.

@sister „Du sagst das Du gar niemanden an Dich heran lassen möchte und froh bist das sich jemand um sorgt, Du Ihn aber immer wieder zurück weist. Ist es nicht ein erster kleiner Schritt so offen hier darüber zu reden, denn Menschen zu zeigen das es Dir schlecht geht und Du Dich alleine fühlst ?“

du sprichst mir aus der Seele.....

ich muß jetzt erst mal klarstellen, ich bin kein Betroffener, sondern ein Freund oder Bekannter, wie auch immer. Was mir immer wieder auffällt, ist die Ohnmacht und Hilflosigkeit, mit der man als Außenstehender der ganzen Sache gegenübersteht. Man redet miteinander, scherzt miteinander, alles scheint in Ordnung, und plötzlich, wie aus heiterem Himmel, ist der Ton aus, keine Antwort mehr, nur noch Schweigen, Dunkelheit. Man ruft, fragt, aber es gibt keine Antworten. Irgendwann ist die Leitung dann tot.....Man macht sich Vorwürfe, fragt sich: hab ich was falsch gemacht? Am nächsten Tag ist alles wie vorher, meistens jedenfalls. Wenn man dann nicht Bescheid weiß, ist es natürlich noch schwerer zu verstehen.....Wenn man es erfährt, ist es erst mal ein ganz schöner Schock, aber so nach und nach versteht man es, und wenn man denjenigen mag, versucht man sich hineinzuversetzen, zu begreifen....es ist immer noch schwer, aber ich denke, man kann es schaffen, man muß es nur wollen. Die Leute, die sich dann abwenden, sind keine Freunde, und auf die kann man wirklich verzichten, sie sind es einfach nicht wert.

@ Zwirbella „Ganz besonders fällt mir auf, dass die Betroffenen selbst die äußerlichen Wunden als Hilfeschrei empfinden, gleichzeitig aber scheinbar zu weit in sich selbst zurückgezogen sind, um Hilfe anzunehmen. Traumstern hat sehr treffend beschrieben, dass sie Hilfeversuche auch mit Ablehnung und Vertreibungsversuchen quittiert hat. Dann sind alle - sowohl der Hilfesuchende als auch derjenige, der sich um Hilfe geben bemüht - überfordert. Was kann man dagegen tun?“

Das ist das Problem. „Hilfe ja, aber nur bis ich halt sage.....“ Man muß wohl als um Hilfe bemühter ziemlich viel Fingerspitzengefühl entwickeln, um nicht zuviel helfen zu wollen. Hat man diesen „Halt“ Punkt erst mal überschritten, ist es zu spät, muß man einen neuen Anlauf nehmen. Und den Zeitpunkt zu finden, erneut anzusetzen, ist auch nicht ganz einfach. Es reicht manchmal eine Frage, die den Betroffenen wieder runterzieht, ihn daran erinnert, das es ihm schlecht geht, und man wundert sich dann, das er abblockt. Ist mir schon oft passiert, zumindestens hab ich es so empfunden. Mit zuviel Fürsorge erreicht man eben nicht immer auch „zuviel“ Hilfe, sondern oft das Gegenteil, man erdrückt denjenigen mit seiner Hilfe. Da hilft wahrscheinlich nur Verständnis und viel Geduld, auch mit sich selbst und dem Lernprozess, mit dieser Situation umzugehen. Im übrigen habe ich mal gelesen, man sollte Betroffene eigentlich ganz normal behandeln, so als seien sie völlig gesund, aber ob das für jeden Einzelfall so richtig ist, weiß ich natürlich nicht.

Ich werde mich bestimmt später noch mal dazu äußern, es war nur ein Anfang, aber hier ist schon soviel geschrieben worden, man kann gar nicht alles auf einmal erfassen und verarbeiten. Ich möchte nur noch mal sagen, das ich vor allen, die sich hier „geoutet“ haben, allergrößten Respekt habe, und ich Euch allen alles Gute für euren eigenen, schweren Weg wünschen möchte, und das ihr genausoviel Unterstützung bekommt, die ihr braucht.

Gruß Blackdevil8564

Ach so, noch ein Wort zum HH-Burger...

Du hast mit deinen Beiträgen das geschafft, was du wolltest: Ich und viele andere haben sich über dich geärgert. Freu dich! Aber du hast noch was anderes geschafft, was dir vielleicht noch gar nicht bewusst geworden ist: du hast dich unglaubwürdig gemacht. Warum? Wenn du erst sagst, so und so isses, das ist meine Meinung, und auf Menschen, denen es schlecht geht und die vielleicht am Boden liegen, noch mal drauftrittst, dann wäre es ja noch akzeptabel, dann isses halt deine Meinung, aber später zu sagen, ups, is ja gar nicht meine Meinung, tzzzz....He, wer soll dich denn jetzt noch ernst nehmen? Kein Mensch....Vielleicht versuchst dus ja mit nem anderen Nick noch mal. Ansonsten hab ich für dich nur eins : /ignore. (hab schon viel zu viel über dich geschrieben)
(bedeutet in etwa soviel wie „nicht beachten“....oder so...wegen deiner Fremdwortprobleme)

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Nutzer: Traumstern
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geschrieben am: 03.01.2002    um 02:28 Uhr   

@stormcloud
Du musst es nicht erklären, ich weiß, was du meinst. Scheinbar fehlen mir einfach die passenden Leute, mit denen man auch mal gemeinsam schweigen und mit denen man genauso gemeinsam lachen kann.

Ich finde es schade, dass du sagst du wirst hier nicht mehr schreiben, denn ich schätze deine Beiträge sehr. Vielleicht magst du mir einfach mal schreiben, falls du dich traust: *fg* (mailto)webmaster@shada.de(/mailto)


@MiKro
Danke... mich hätte interessiert was du dazu zu sagen hast, schließlich kennst du mich schon ne Weile. Außerdem hast du dich beschwert, dass man von mir keine klaren Aussagen bekommt. Ist dir das hier klar genug oder schon wieder zu klar?


@wuschl
Klingt doch echt gut, ich freu mich ;o)
Und ich wünsche dir und deinen Söhnen alles Gute und dass ihr euren Mut nicht verliert.

Denk dran:
Stark sein heißt nicht, nie zu fallen. Stark sein bedeutet nur, immer wieder aufzustehen.


@erdbeeere
Doch wenn man es schafft, auszubrechen, dann liegt die Welt vor einem und sie ist schön, denn an Ecken und Kanten bricht sich das Licht in viel bunteren Farben als an einer glatten Oberfläche.
Den Satz muss ich mir doch glatt mal merken... wunderschön gesagt und so voller Wahrheit... *lächel*


@chemicalsister
Ich denke dieser Thread hat mir sehr geholfen, ich merke selbst, dass es mir irgendwie etwas besser geht, seit ich hier schreibe. Am Anfang hatte ich sehr viele Bedenken mich hier zu äußern, weil ich nicht wußte wie die Reaktionen sein würden, aber ich denke mein Mut ist belohnt worden.

Es ist nicht so sehr die Tatsache, dass ich hier anonym bin, schließlich kenne ich sehr viele noch aus meiner Zeit hier und einige davon auch persönlich. Mir hilft es einfach, wenn ich "nur" schreiben muss. Vielen fällt es leichter zu reden als zu schreiben, aber bei mir ist es halt genau umgekehrt. Ich weiß nicht, ob ich all das, was ich hier geschrieben habe, auch hätte sagen können, vermutlich nicht.

Mir ist beim Schreiben selber vieles klarer geworden und ich habe auch über einige Sachen, die andere geschrieben haben, lange nachgedacht. Es ist nicht viel, nur ein paar Zeilen in einem Forum, aber für mich ist es ein erster kleiner Schritt, dem hoffentlich viele andere folgen werden.

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Nutzer: chemicalsister
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geschrieben am: 02.01.2002    um 21:57 Uhr   
(zitat)
Doch wenn man es schafft, auszubrechen, dann liegt die Welt vor einem und sie ist schön, denn an Ecken und Kanten bricht sich das Licht in viel bunteren Farben als an einer glatten Oberfläche. (/zitat)

*lächelt* ein schöner und vorallen wahrer Satz.Ich hoffe nur das die Ecken und Kanten nicht viel größere Löcher und Krater versteckt in denen das Licht zur Nacht wird.

Ich bin wirklich immer noch echt begeistert was aus diesem Thread geworden und wieviele ehrliche Meinungen es hier gibt. Und ich denke genau das ist ein erster Schritt. Traumstern Du sagst das Du gar niemanden an Dich heran lassen möchte und froh bist das sich jemand um sorgt, Du Ihn aber immer wieder zurück weist. Ist es nicht ein erster kleiner Schritt so offen hier darüber zu reden, denn Menschen zu zeigen das es Dir schlecht geht und Du Dich alleine fühlst ? Du fühlst Dich hier sicher, denn hier können Dir die Menschen nicht zu nahe kommen. Sie können Dir mit Worten zur Seite stehen aber Dich nicht nicht real im Arm halten.Aber Du bekommst das Gefühl nicht alleine zu sein und vielleicht sogar auch ein bißchen verstanden zu werden, kannst Dich aber immer noch sicher und irgendwo anonym fühlen.
Sister
Leben ist das was passiert, während wir andere Pläne machen....
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Nutzer: erdbeeere
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geschrieben am: 02.01.2002    um 21:39 Uhr   
Ich habe den Thread jetzt eine Weile verfolgt und mich berührt das ganz tief. Ích bin nicht in der Lage viel dazu zu schreiben, weil ich nicht mit Worten ausdrücken kann, wie wahnsinnig traurig und betroffen mich diese Thematik macht. Ich sage das nicht nur einfach so, ich stecke da selber tief drin und ich finde es gut, daß es Leute gibt, die versuchen zu verstehen, was in so einem Menschen vorgeht. Ich gehöre nicht zu den Selbstverletzern, aber ich habe selber Magersucht gehabt und von den Gefühlen her hat das viel miteinander zu tun. Das Schlimmste ist daß man jemand ganz anderes sein möchte als man ist und man haßt sich dafür, weil man sich nicht gut genug für diese Welt fühlt.
Doch wenn man es schafft, auszubrechen, dann liegt die Welt vor einem und sie ist schön, denn an Ecken und Kanten bricht sich das Licht in viel bunteren Farben als an einer glatten Oberfläche.



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Nutzer: wuschl
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geschrieben am: 02.01.2002    um 19:09 Uhr   
hatte mich nicht versteckt :-)
sondern nachgedacht.

Darüber was ich als Mutter besser machen könnte
wie ich andere wahrnehme und diese mich
wann ich die Hilferufe anderer nicht höre oder überhöre
wann meine Hilferufe überhört wurden...

Und ich hatte ein Gespräch mit meinem Sohn.
Er sagte, es ist die Echtheit - das wirklich echt gernhaben
nicht einfach freundlich, höflich, nett, das ist nur oberflächlich - das echte findet man nirgends oder jedenfalls viel zu selten und das, was eine Person wirklich ausmacht verkümmert und man wird "verrückt", in eine Schablone gepresst die nicht passt, ist nicht sich selber.

cu




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Nutzer: MiKro
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geschrieben am: 01.01.2002    um 15:28 Uhr   
Ich danke dir für deinen Hinweis Sternchen. Ist lieb gemeint, aber ich verfolge den Thread schon seit der Entstehung mit...


MiKro

Dieses Business ist binär: du bist eine Eins oder eine Null, lebendig oder tot.
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Nutzer: sheet
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geschrieben am: 01.01.2002    um 14:05 Uhr   
@Seth Ich finds, ehrlich gesagt, auch nicht gut, dass du hier mit uns als "Versuchskarnickeln" nen Feldversuch startest, nur "um mal zu sehen", wie wir so reagieren... ich find das echt scheiße. Halloho, wir sind auch Menschen, und du würdest ja auch nicht unfreiwillig so nem "test" unterzogen werden wollen... aber halt, ich sag jetzt lieber nichts mehr, nicht dass das jetzt auch so ein Versuch is

MfG
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"Autor"  
Nutzer: Traumstern
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geschrieben am: 01.01.2002    um 11:32 Uhr   
@all
Zuerst einmal möchte ich allen alles Gute für das neue Jahr wünschen, auf dass all eure Wünsche in Erfüllung gehen. Und für mich persönlich wünsche ich mir einfach die Kraft um weiter zu kämpfen.
May the happiest moments in the last year be the saddest moments in this one.

Dann möchte ich mich einfach mal bei allen bedanken, die in diesem Thread mitschreiben oder ihn einfach nur lesen. Ich hätte in meiner Zeit als Mod hier im Zündstoff und im Small-Talk nicht gedacht, dass so ein Thread hier mal möglich sein würde. Kompliment an alle. ;o)


@wuschl
Wo bist du? Versteck dich nicht...


@snickersweet
Danke... Ich wünschte ich könnte so reden, wie ich hier schreibe, aber das wird wohl noch sehr lange dauern. Ich schreib hier einfach nur in der Hoffnung, dass es mir vielleicht gelingt bei einigen etwas Verständnis zu wecken und vielleicht jemanden dazu zu bewegen mal nicht wegzuschauen. Wenn ich das erreicht hätte, dann wäre ich schon zufrieden...


@stormcloud
Es hat nichts mit Gegenleistungen zu tun, sondern mit dem, was ich schon geschrieben habe. Ich hab Angst vor einer neuen Enttäuschung, Angst davor, dass der andere wieder geht, mich allein läßt, damit nicht umgehen kann. Und auf der anderen Seite wünsche ich mir so sehr jemanden mit dem ich reden kann, der zuhört, der einfach mal da ist... aber ich mache es mir selbst wieder kaputt.

Und gerade weil niemand da ist bin ich froh über jeden Bekannten, ich nenne sie nicht Freunde, denn das sind sie für mich nicht, über jeden der mich einfach mal rausholt aus meiner Einsamkeit. Und dann geh ich halt mit denen in ne Kneipe, höre mir dann stundenlang ihr Gerede an, was für Problemchen sie grad haben mit ihrem Freund, mit ihrer Frisur, was weiß ich... Ich höre zu, versuche zu helfen und kann mal ne Weile nicht nur über mich und meine Probleme nachdenken.

Du sagst ich bin auf sie nicht angewiesen... aber wenn niemand anders da ist? Ich kann nicht immer nur allein sein. Ich hab schon viel zu oft die Erfahrung gemacht, dass sich jemand für mich interessiert hat, mich hübsch, intelligent, witzig, faszinierend oder sonstwas fand... und es demjenigen dann nach ner Zeit einfach zu kompliziert wurde, als er gesehen hat, was alles dahinter steckt und - auch wenn es jedesmal wieder weh tut - ich kann sie sogar verstehen.


@Seth
Ja, es gibt Leute, die wirklich so denken, sie wissen es nicht besser. Aber für Leute wie dich, die leichtfertig mit den Gefühlen von anderen spielen, da fehlt mir jedes Verständnis und ich finde sie auf ihre Art weitaus schlimmer als solche, die einfach aus Unwissenheit verletzen...

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"Autor"  
Nutzer: Seth_HH
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Anzahl Nachrichten: 177

geschrieben am: 31.12.2001    um 18:46 Uhr   
Hey leute,
Da ich euch nicht Dumm aus diesem Jahr entlassen möchte, muss ich nun einige aufklärende Worte loswerden. Natürlich ist das nicht meine tatsächliche Meinung und Ansicht die ich hier mit dem Nick "seth" abgegeben habe. Ich wollte provozieren und euch aus der Reserve locken. Ich wollte sehen wie Ihr reagiert bei einem, der zwar gegen keine Regel
(ausser der Pietät) verstösst, den man aber trotzdem x-mal lieber löschen würde als einen der nur mal eine url von allg. Interesse nennt.
Natürlich musste ich dafür ein Reizthema nehmen, ein Thema bei dem die Gefühle schnell hochkochen. Alternativ hätte ich zum Beispiel bei einem Thread bei dem es um Vergewaltigung geht, sagen können, das die Frauen durch aufreizendes Verhalten und Kleidung selber schuld daran seien. Auch hier natürlich wieder ohne diese "Phrasen" durch Argumente und Erfahrungen zu stützen. So wie ich die wenigen SVV-Betroffenen hier miterlebt habe, die hier berichtet haben, bin ich überzeugt, das diese sich ein Ei auf meine Beiträge gebacken haben.
Naja - Lange Rede, kurzer Sinn, ich wollte natürlich niemanden verletzen, aber es war interessant zu sehen wie ungehalten einige reagieren denn (und soviel ist mal sicher)
Typen wie "Seth" gibt es im rl garantiert wirklich und man muss mit solchen Menschen leben können.

Also Leute, nichts für ungut und guten rutsch und so
Seth

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"Autor"  
Nutzer: snickersweet
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geschrieben am: 31.12.2001    um 17:28 Uhr   
@Traumstern du kannst die zwiespältigen gefühle, die in einem herumschwirren, wenn man in so einer situation ist unheimlich gut ausdrücken.
ich hab mich lange zeit selbst verletzt. irgendwann hab ich damit aufgehört, weil ich gemerkt hab: durch den körperlichen schmerz lässt sich der schmerz, der in mir drinnen tobt und viel stärker ist, auch nicht unterdrücken.
einen besseren weg hab ich allerdings immer noch nicht gefunden, mit meinen problemen klar zu kommen.
damals wie heute hab ich keinen an mich rangelassen. unbewusst will man gesehen und gehört werden, man will, dass die anderen merken, dass es einem total schlecht geht, dass man hilfe braucht. gleichzeitig schämt man sich. man schämt sich seiner kleinheit, schämt sich, nicht stark genug zu sein, schwach zu sein in einer gesellschaft, in der der schwache untergeht, verachtenswert ist. und am größten ist die furcht davor, sich ganz jemandem anzuvertrauen. sich fallenzulassen und darauf zu verlassen, aufgefangen zu werden. ich kann das bis heute nicht. zu oft hat man angeekelt den kopf weggedreht, zu oft angefangen zu brüllen, wie abstoßend das alles sei, dass ich erwachsen sei und mich endlich auch so benehmen solle, dass ich mich doch einfach endlich zusammenreißen solle und aufhören, sie alle verrückt zu machen. zu oft hat sich die streichelnde hand in eine kalte harte faust verwandelt, zu oft der liebevolle blick in abgrundtiefen hass und ekel. die anfängliche geduld bröckelt recht bald, sieht die winzig kleinen schritte wohl nicht.
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Nutzer: Traumstern
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geschrieben am: 31.12.2001    um 16:55 Uhr   
@chemicalsister
Du sagst die Menschen müssen erst einmal begreifen, dass sie keine Schuld haben. Das geht in etwa dieselbe Richtung, die Zwirbella auch angesprochen hat. Sie kennen die Gründe und wissen auch, dass das was sie tun falsch ist, sie wissen, dass sie keine Schuld haben. Aber wenn man jahrelang diese Gedanken hatte, wenn man in dem Handlungsmuster einmal drin ist, dann ist das erst der allererste kleine Schritt, dann beginnt erst das wirklich Schwere, wenn man versuchen muss, da rauszukommen und sich zu ändern.

Von diesen Gedanken wegzukommen... ich selbst hab im Kopf immer gewußt, dass ich nicht schuld bin, aber es hat nichts geändert. Aber ich war jahrelang daran gewöhnt, meine Gedanken, Gefühle, Probleme zu verstecken und immer anderen was vorzumachen, allein klarzukommen. Man steckt da einfach drin, bis zu dem Punkt, wo es nicht mehr geht, wo alles zu viel wird und man das Gefühl hat, dass man vollkommen durchdreht, alles keinen Sinn mehr hat und man einfach nicht mehr will.


@stormcloud
Du sprichst hier immer nur von meinen Eltern. Ich glaube nicht, dass sie große Chancen hatten zu merken, was in mir vorging. Man kann den Menschen leicht etwas vormachen, wenn sie das glauben wollen, was man ihnen erzählt. Sicher, sie hätten hier und da einfach nur mal fragen müssen, aber ob ich dann was gesagt hätte? Ich denke nicht...

Und wieso nur meine Eltern? Richtig schlimm ist das ganze erst die letzten Jahre geworden, als ich schon gar nicht mehr zu Hause gewohnt habe und nur ab und zu noch am Wochenende zu meinen Eltern gefahren bin.

Was ist mit den Leuten auf dem letzten Chatter-Treffen? Er wollte mir helfen, kannte meine ganze Geschichte, hatte nebenbei noch vier andere Freundinnen und hat vor meinen Augen mit ner anderen rumgemacht. Was war da, als ich meine Sachen gepackt habe und zu Fuß abgehauen bin, ohne zu wissen wo ich bin? Ich hätte schreien können, hab versucht jemanden anzurufen, mit dem ich reden kann, niemand ist rangegangen oder sie haben mich weggedrückt. Wieso habe ich, anstatt ihm meine Meinung zu sagen allein mitten im nirgendwo gesessen und mir da mit meinem Messer die Arme aufgeschnitten? Und was war als ich wieder da war, weil ich nicht mehr wußte wohin? Die Blicke entweder voller Mitleid oder voller Verachtung, aber nur Blicke, keiner hat was gesagt. Sie kannten mich nicht, sie würden mich so schnell nicht noch mal wieder sehen warum also reden oder trösten? Ich war ja wieder da... Wo waren sie alle, als ich danach wieder unten im Keller gesessen habe und mein Messer wieder rausgeholt habe?

Nur ein Beispiel von vielen... willst du ihnen einen Vorwurf machen? Was ist mit meinen angeblichen Freunden, die es gesehen haben, mich angeekelt angeschaut haben und auf einmal keine Zeit mehr hatten? Was ist mit denen, die einfach nichts gesagt haben? Was ist mit dem Scheißkerl, der mich vergewaltigt hat? Es kommen ne Menge Sachen zusammen...

Und dazu kommt dann noch das, was Zwirbella gesagt hat. Man läßt keine Hilfe zu. Man wünscht sie sich, aber wenn jemand helfen will, dann stößt man ihn zurück. Man ist ihm unendlich dankbar dafür, dass er es wenigstens versucht, aber man zeigt es nicht.

Mir ging es immer so, dass ich schreckliche Angst hatte, dass derjenige mir auch wieder nur weh tut und irgendwann nicht mehr da ist. Also habe ich sie bis zu einem bestimmten Punkt an mich herangelassen, aber wirklich reden konnte ich nie. Es ist anstrengend und verletzend, wenn man helfen will. Ich kann all diejenigen verstehen, die dann lieber sagen "Ich habs ja versucht, aber sie will ja nicht."

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Nutzer: sheet
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geschrieben am: 31.12.2001    um 13:33 Uhr   
Hm, ich kann nur von meinen Erfahrungen mit einer Betroffenen sprechen; sie hatte zu der Zeit, als mit dem "Schnibbeln" begann allerdings einen Freund und mich *blödgrins*, die ihr helfen konnten, weil wir dies sehr früh bemerkten und sie immer wieder darauf angesprochen haben, bis wir meistens selbst mitheulen mussten, als sie von ihrem Leid erzählt hat... aber heute geht es ihr wieder gut... ich glaub, das Wichtigste war, dass wir es früh genug bemerkt haben und einfach nich locker gelassen haben....

viele Grüße

p.s. das Allerweltsheilmittel is es nich, und bei vielen logischerweise auch schon zu spät... aber immer wieder dranbleiben...
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Nutzer: zwirbella
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geschrieben am: 31.12.2001    um 11:54 Uhr   
Hi, ihr Lieben!

Was mich wirklich erschüttert, ist die Klarheit mit der die Betroffenen, die hier geschrieben haben, ihre Situation erkennen und auch die Ursachen für diese Situation oder zumindestens Teile davon herausgefunden haben. Allein daran ist zu sehen, warum hier von Krankheit die Rede ist - mit Erkennen der Situation ist die Krankheit eben noch nicht geheilt. Wenn die Seele eines Menschen - ich habe einfach kein besseres Wort als Seele - so tief verletzt ist, kann Heilung nur ein Prozess sein und den Weg heraus muss sicher jeder Betroffene für sich selbst finden, wobei ich ausdrücklich einschließe, dass jeder auch die Art der Unterstützung, die er braucht, selbst wählen muss.

Ganz besonders fällt mir auf, dass die Betroffenen selbst die äußerlichen Wunden als Hilfeschrei empfinden, gleichzeitig aber scheinbar zu weit in sich selbst zurückgezogen sind, um Hilfe anzunehmen. Traumstern hat sehr treffend beschrieben, dass sie Hilfeversuche auch mit Ablehnung und Vertreibungsversuchen quittiert hat. Dann sind alle - sowohl der Hilfesuchende als auch derjenige, der sich um Hilfe geben bemüht - überfordert. Was kann man dagegen tun?

Liebe Grüße,

Zwirbella
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Nutzer: sheet
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geschrieben am: 30.12.2001    um 23:26 Uhr   
aber ohne Hilfe stirbst du oft...

Storm.........ach nee, ich lass es ;-) ihn mal lieber knullt
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Nutzer: Zyniker
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geschrieben am: 30.12.2001    um 22:43 Uhr   
@storm: Komm mal runter, ich glaube du verennst dich.
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Nutzer: chemicalsister
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geschrieben am: 30.12.2001    um 20:18 Uhr   
Ich denke genau das ist ein Problem unser heutigen Zeit, die Menschen laufen mit Scheuklappen durch die Gegend und nehmen oder besser gesagt WOLLEN überhaupt nicht wahrnehmen was um Sie herum passiert. Ich finde es so schrecklich das Freunde/Familie die Wunden /Narben quasi offen gezeigt bekommen - ein stummer Hilfeschrei - und es trotzdem nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Weil das hieße ja man müßte sich mit den Problemen und Ängsten anderen auseinander setzen, wo man doch schon genug mit sich selbst zu tuen hat, wie man meint. Man käme vielleicht an einen Punkt wo man einsehen müßte das es nicht damit getan ist sein Kind/Freundin einfach mit dem Ratschlag - nun geh doch zum Psychater, der bekommt dafür Geld, der MUSS Dir einfach helfen können - abspeisen zu können. Das man selbst aktiv werden muss und sei es einfach nur das man dem Menschen das Gefühl gibt sich für ihn und seine Probleme offen und ehrlich zu interessieren, das man ihn wirklich mag und einfach nur da sein möchte wenn er sich einsam und von allen mißverstanden fühlt. Und nicht die Augen vor Dingen verschließt, die man doch so gerne aus seiner kleinen heilen ( Familien ) idylle verbannen möchte. Ich denke das Problem was Traumstern anspricht mit dem kleinen Mädchen das einfach in dem grenzelosen Schmerz der Eltern über den Verlust Ihrer einen Tochter, untergeht und anfängt sich die Schuld zu geben, ist wirklich schwer. Die Eltern haben gelitten und waren verzweifelt und haben darüber völlig Ihr anderes Kind vergessen. Nun, kann man den Eltern Vorwürfe machen ? Ich denke die Beantwortung dieser Frage ist für außenstehende schwer, den ich für meinen Teil kann diesen grenzenlosen Schmerz, diese Leere über den Verlust eines geliebten Menschens nicht wirklich nachvollziehen, weil es mir zum Glück nicht passiert ist. Ich denke aber auch das die Menschen egal durch was ein traumatisches Erlebnis Sie so Selbsthass/Schuldgefühle u.ä. haben, erst einmal begreifen müssen das Sie keine Schuld haben, das Sie ein wertvoller und liebenswerter Mensch sind und dabei , so denke ich, kann auch kein Therapeut wirklich helfen sondern einfach nur das man das Gefühl bekommt nicht alleine zu sein und dadurch vielleicht sich der Wille aufbaut das es so nicht weitergehen kann. Das macht mich auch bei Traumstern total betroffen, das Du sagst Du bist alleine und mußt alleine damit klar kommen. Man merkt scheinbar wirklich erst wer seine Freunde sind wenn man wirklich Probleme hat die sich nicht mit Geld lösen lassen.
Ich würde gerne mehr schreiben, muss aber sagen mir schießt im Moment soviel durch den Kopf, weil ich jetzt 3 Tage keine Zeit hatte den Thread weiterzuverfolgen und von diesen vielen Statements, Eindrücken und Schilderungen so überwältig bin das ich gar keine klaren Sätze mehr formulieren kann.
Leben ist das was passiert, während wir andere Pläne machen....
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Nutzer: Traumstern
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geschrieben am: 30.12.2001    um 20:14 Uhr   
Sie hatten nicht nur zwei, sondern vier... Und nicht nur die Eltern, auch alle anderen drumherum, alle waren viel zu sehr mit ihrer eigenen Trauer beschäftigt.
Und wie sollten sie es sagen, wenn sie es nicht mal bemerkt haben? Wenn die Kleine da schon das Gefühl hatte, dass sie ihre Eltern nicht belasten darf, weil es ihnen nicht gut geht, wenn sie sich da schon bemüht hat ihre Probleme und ihre Schuldgefühle zu verstecken, weil sie sich dafür geschämt hat und sie ihren Eltern nicht noch mehr Kummer machen wollte? Wie hätten sie ihr das dann sagen sollen?

Und danach... sie haben es nie bemerkt, immer war etwas anderes wichtiger... und solange alles gut läuft merkt es ja niemand. Die Kleine hat schnell gelernt ihre wahren Gefühle zu verstecken und schnell aufgegeben zu reden als ihr niemand zugehört hat.

Wer ist nun Schuld? Die Eltern, weil sie es nicht gemerkt haben? Die Kleine, weil sie es nicht gezeigt hat?

Und spielt das überhaupt noch eine Rolle?

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Nutzer: Traumstern
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geschrieben am: 30.12.2001    um 19:41 Uhr   
@stormcloud
Sicher kann man das erklären... man muss es nur wollen.
Womit wir wieder beim alten Problem wären, dass es niemand wahrnimmt. Wie blauetraene schon sagte, solange alles tadellos funktioniert und der gute Schein stimmt, warum sollte man sich da Gedanken machen?

Die Eltern hatten gerade ihr Kind verloren... sie waren zu sehr mit ihrem eigenen Schmerz beschäftigt, um es überhaupt zu bemerken, was in ihrer anderer Tochter vorging. Wer hätte also der kleinen Sechsjährigen, die genauso um ihre Schwester trauerte, sagen sollen, dass sie diesen Schmerz nicht in Schuld umwandeln soll?

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Nutzer: blauetraene
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geschrieben am: 30.12.2001    um 19:16 Uhr   
@traumstern ich kann bei dem was du sagst bloß stumm nicken. meine eltern und freunde haben leider genauso wie rimini gedacht: das kind tickt nicht mehr ganz richtig, schicken wir sie zum psychiater, der wird das schon wieder hinbiegen. je teurer der psychiater, umso schneller haben wir wieder unsere alte tadellos funktionierende tochter zurück. wie kaputtes auto in die werkstatt geben.
Geändert am 30.12.2001 um 19:18 Uhr von blauetraene
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Nutzer: Traumstern
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geschrieben am: 30.12.2001    um 18:31 Uhr   
(zitat)Aber Schuld? Kann mir einer mal verraten was ihr immer mit "Schuld" habt? Das ist wirklich ne fixe idee! Die sollte mal aus den Köpfen raus!(/zitat)
Gut, dann erklär du doch einem kleinen sechsjährigen Mädchen mal, dass es überhaupt keine Schuld am Tod ihrer kleinen Schwester hat. Mach ihr klar, dass sie nicht perfekt sein muss, dass sie nicht alles tun muss, um ihre Schwester zu ersetzen und um ihren Eltern möglichst wenig zur Last zu fallen.

Von außen ist das alles immer so einfach... aber wenn man drin ist, dann sieht man es nicht...


Und wenn ich dann so Sätze lese wie...
(zitat)helfen?naja ich würd die gleich zum Psychater schicken! (/zitat)
Ja, immer schön weg mit den Psychos, ab zum Psychiater und bloß nichts mehr zu tun haben mit "denen", denn "ich kann da ja doch nix tun"... und dann noch ein paar *gg* dahinter und fertig? Ein bisschen zu einfach das ganze, oder nicht?

Es helfen dir tausend Psychiater nicht, wenn entweder der Betroffene selbst nicht will oder wenn das Umfeld sprich Familie/Freunde ihm nicht helfen.

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