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geschrieben am: 08.01.2012 um 00:18 Uhr
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Schon bei meinen vorigen Freunden (der letzte ebenfalls Fernbeziehung) war es immer mein naiver Traum, dass mein Freund mich einfach mal spontan besucht, nach dem Motto: Ich habe es ohne dich nicht mehr aushalten können. Doch noch nie hat es einer zustande gebracht. Als mir eine Freundin dann auch noch letztens erzählt hat, dass ihr Freund mal nachts vor der WG stand und genau das für sie getan hat, obwohl auch er 40 km weit von ihrer WG entfernt wohnt, wurde ich doch glatt ein wenig wütend auf meinen jetzigen Freund, was ich ihm aber nie erzählt habe. Eine andere Freundin führt auch eine Fernbeziehung und die sehen sich teils wirklich noch seltener als ich meinen Freund. Aber dafür nimmt er sich von der Arbeit einmal im Monat freitags frei und dann haben sie einen längeres Wochenende zusammen. Und in den letzten Weihnachtsferien waren sie zwei Wochen am Stück zusammen. Meinen Freund habe ich eine Woche vor meiner Abreise nach Hause nicht gesehen und erst wieder an Silvester getroffen. Insgesamt waren wir gerade mal 4 Tage am Stück zusammen, zwei davon waren wir krank.
Manchmal frage ich mich, ob mein Verlangen nach einem anderen Mann, der mich mehr begehrt als mein jetziger Freund, einfach nur ein Symbol dafür ist, dass meine Sehnsucht einfach darin besteht, mit einem Mann, den ich liebe zusammen zu wohnen und ihm dennoch Freiraum zu geben. Wenigstens dann wüsste ich, ich hätte jeden Tag jemanden, der mich umarmt, wenn ich es brauche. Und vielleicht ist diese Sehnsucht auch einfach ein Symbol für eine Nähe, die ich seit dem Auszug aus meinem 800 km entfernten zu Hause, nicht mehr erlebt habe und unbedingt brauche? Ich weiß es nicht, möchte diese Sehnsucht aber auch nicht praktisch ausleben, weil ich meinem Freund dann wirklich das Herz brechen täte und mir dann wie ein Arsch vorkäme. Dennoch fehlt mir eine Erwiderung seiner Liebe außer nur in Worten. Ich meine nicht, dass ich Geschenke von ihm will.
Als ich ihm zu Weihnachten (an dem wir uns wie versprochen nichts schenken wollten) eine Karte bastelte und einen kleinen Liebesbrief mit meinem Parfüm schrieb, sagte er danke und dass er die Karte ganz oft durchlese. Aber was kam als Dankeschön? Als ich Silvester zu ihm kam, hatte er für uns Vanillepudding mit laktosefreier Milch zubereitet. Aber Pudding war nicht meine, sondern seine Leidenschaft und mich an meine Laktoseinteroleranz zu erinnern, finde ich auch nicht sonderlich romantisch. Dennoch bedankte ich mich herzlich und sagte kein Wort meiner Enttäuschung (denn eigentlich hatte ich mir etwas anderes unter „Überraschung“ vorgestellt). Aber es gibt nun mal Enttäuschungen in einer Beziehung – das weiß ich- aus denen man nicht gleich einen Elefanten machen sollte.
Zum einen hat mein Freund sich sogar gebessert: Er redet jetzt nicht mehr wie anfänglich so oft von seiner Mama (was seine Mama womit, wie macht etc.) und von seinem Papa (was er noch alles mit ihm im Garten arbeiten muss, bei seiner Oma). Dafür existiert jedoch immer noch das Problem mit dem Orgasmus und allgemein das Problem Sex. Die ersten zwei Male behandelte er mich wie eine Wildfremde und meinte, er könne mir schließlich nicht trauen, ich könnte ja nicht verhüten oder eine Krankheit haben und nahm deswegen (oh wie romantisch) ein Kondom, das er aber erstmal in der Ferienwohnung suchen musste, während ich halbnackt auf dem Bett lag wie bestellt und nicht abgeholt. Mein handfester Beweis, die Pille, reichte ihm nicht und ein ärztliches Artest meiner Gesundheit hatte ich in dem ach so romantischen Moment leider nicht zur Hand. Nun gut. Diese Enttäuschung meinerseits teilte ich ihm mit. Ich konnte einerseits verstehen, dass er vorsichtig ist. Das ist sogar gut! Aber ich studiere pharmazeutische Biotechnologie und sollte doch spätestens in diesem Alter mit diesem Studium wissen, wie die Pille funktioniert und ab wann man eine Geschlechtskrankheit hat! Aber wie gesagt nahm ich es ihm nicht übel, sagte aber, das sich das Kondom komisch anfühle und seither tun wir es ohne (juhu).
Das nächste Bettproblem stand dann schon an: Wieso komme ich immer nur dann, wenn ich mit meiner Hand nachhelfe? Tja – gute Frage. Bei meinem letzten Freund war es irgendwie nicht anders und überhaupt, hatte ich ohne händische Nachhilfe noch nie einen – wie er es sagt – „normalen“ Orgasmus. Doch mit seiner ständigen Nachfragerei nach jedem Mal, ob ich denn nun auch so gekommen sei und wie oft, setzte er mich dann doch leicht unter Druck. Das sagte ich ihm – aber dennoch kann er die Frage nach einigen Malen bis heute manchmal einfach nicht unterdrücken. Manchmal sage ich einfach ja (meine aber innerlich für mich, ich bin mit der Hand gekommen) und manchmal sage ich ihm direkt, dass ich nur wegen der Hand den Höhepunkt erreicht habe. Natürlich habe ich ihm schon erzählt, die Nähe zu ihm an sich sei wichtig und schön für mich und das Wichtigste am Sex für mich sei nicht der Orgasmus. Aber seit er das Thema angesprochen hat, kann auch ich mich nicht mehr entspannen. Eine weitere Unsicherheit, die er in mein Liebesleben gebracht hat war meine Lautstärke. Ehrlich gesagt, stand mein letzter Freund auf meine Stöhnerei und aus Gewohnheit führte ich dies bei meinem jetzigen Freund fort. Doch der war gar nicht begeistert (ich war nur in der Ferienwohnung laut, niemals bei ihm zu Hause) und sagte „Pssst! Nicht so laut!“ noch während des Aktes!! Die Erfahrung war leicht entmutigend und ich sagte ihm, ich könne mich nicht zu 100% fallen lassen, wenn ich nicht wenigstens leise vor mich hinstöhnen könne. Nach einigen Malen gestand er mir dann plötzlich, dass er die Laute, die ich von mir gebe, doch ganz süß fände. Ab dem Moment war ich dann total verwirrt. Aber nun gut – auch Verwirrungen sollte man in seiner Beziehung hinnehmen. Aber ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr, wie viel ich in einer Beziehung noch hinnehmen muss, bis ich endlich mal ein fettes Dankeschön von meinem Gegenüber erhalte.
Versteht irgendjemand in der großen, weiten Welt diesen Gedanken und hat eine Lösung? Mit Ablenkung durch Hobbys ist mir leider nicht geholfen, da mein Studium mir viel Zeit unterhalb der Woche raubt und ich mir naiver Weise jedes Wochenende für meinen jetzigen Freund (mit dem ich seit 7 Monaten zusammen bin) freihalte.
Danke im Voraus für die Betiligung! |
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