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geschrieben am: 21.11.2001 um 22:43 Uhr
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hi,
ich musste jetzt erst deine Worte in mir wirken lassen
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hier ist das versprochene Gedicht von Khalil Gibran aus "Der Prophet"
Almustafa, der Erwählte und Geliebte, der seiner Zeit eine Morgenröte war,
hatte 12 Jahre in der Stadt Orphalese auf sein Schiff gewartet....
Da sprach Almitra: Sprich uns von der Liebe.
Und er hob den Kopf und sah auf die Menschen, und es kam eine Stille über sie. Und mit lauter Stimme sagte er:
Wenn die Liebe winkt, folge ihr,
Sind die Wege auch schwer und steil...
"cih schreibs jetzt lieber nicht, ich schreib jetzt das
"Von der Freude und vom Leid"
Und er antwortete:
Eure Freude ist euer Leid ohne Maske.
Und derselbe Brunnen, aus dem euer Lachen aufsteigt,
war oft von euren Tränen erfüllt.
Und wie könnte es anders sein?
Je tiefer sich das Leid in euer Sein eingräbt,
desto mehr Freude könnt ihr fassen.
Ist nicht der Becher, der euren Wein
enthält, dasselbe Gefäß, das im Ofen
des Töpfers gebrannt wurde?
Und ist nicht die Laute, die euren
Geist besänftigt, dasselbe Holz, das mit
Messern ausgehöhlt wurde?
Wenn ihr fröhlich seid, schaut tief in
eure Herzen, und ihr werdet finden,
daß nur das, was euch Leid bereitet hat
euch auch Freude gibt.
Wenn ihr traurig seid, schaut wieder
in eure Herzen, und ihr werdet sehen,
daß die Wahrheit um das weint, was
euch Vergnügen bereitet hat.
Einige von euch sagen:<Freude ist größer als Leid>
und andere sagen:<Nein, Leid ist größer.>
Aber ich sage euch, sie sind untrennbar.
Sie kommen zusammen, und wenn
einer allein mit euch am Tisch sitzt,
denkt daran, dass der andere auf
eurem Bett schläft.
Wahrhaftig, wie die Schalen einer Waage
hängt ihr zwischen eurem Leid
und eurer Freude.
Nur wenn ihr leer seid, steht ihr still
und im Gleichgewicht.
Wenn der Schatzhalter euch hochhebt,
um sein Gold und sein Silber zu
wiegen, muß entweder eure Freude
oder euer Leid steigen oder fallen.
So sprach er zu den Menschen über die verschiedensten Dinge
vom Geben, von den Kleidern, von der Freiheit und den Gesetzen, vom Reden, von der Freundschaft, von dr Schönheit und...
Als es Abend geworden war, gab er den Seeleuten ein Zeichen,
und sofort lichteten sie den Anker und lösten das Schiff von seiner Vertäuung und fuhren gen Osten.
Eine kleine Möve begleitete das Schiff noch eine kurze Weile.
Doch bald kehrte sie zurück, steckte ihren Schnabel in das warme Gefieder
und träumte einen wunderschönen Traum.
gute Nacht
:-)
Geändert am 21.11.2001 um 22:45 Uhr von devotilein |
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