| "Autor" |
Leben in Hass (ein Gedicht) |
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geschrieben am: 21.02.2005 um 15:20 Uhr
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Leben in Hass
Ich möchte meinen Feinden vergeben.
Ohne Zorn oder Wut weiterleben.
Ich will lachen und ich will singen.
Ich will Wunder um Wunder vollbringen.
Doch wie kann ich es schaffen?
Mein Herz ist voll von Bitternis.
Suche nach Grund für mein Leid,
Will vergessen, kann es aber nicht.
Und da bin ich doch nicht allein.
Niemand will ja einsam sein.
Jeder wünscht sich viele Freunde
Und mit ihnen ganz viel Freude.
Doch man wird enttäuscht und betrogen,
Hass und Rachsucht, ineinander verwoben,
Machen das Leben bitter und das Herz kalt.
Man hat sie oft nicht mehr in seiner Gewalt.
Doch lohnt es sich diese Rache zu üben?
Will man nicht sich und andere belügen?
Was bringt es, wenn der Feind Schmerzen hat?
Er bereut doch nichts von dem, was er dir antat.
Vernünftig die Frage, unvernünftig das Herz.
Viele wissen nicht, wohin mit dem Schmerz.
Und so leben die meisten mit diesem Hass
Bis zu ihrem Tode. Das warÂ’s.
P.S.
Oder doch nicht?
Ja, Leser, jetzt bist du betroffen.
Gedicht ist zu Ende und die Frage noch offen.
Gibt’s eine Antwort? Was könnt’ die Lösung sein?
Weißt du die Antwort? Mir fiel jetzt keine ein.
SuchÂ’ dir doch selbst deinen liebsten Schluss!
Es muss eine Lösung geben, muss, muss, muss!
(Anmerkung: Im P.S. ab Zeile 2ff: Diese Phrasen habe ich von B. Brecht „Der gute Mensch von Sezuan“. Mir ist schon klar, dass viele es nicht gern sehen, wenn man Werke von berühmten Autoren in eigene Sachen mit einbringt, um sich hier „besser zu verkaufen“, wie viele denken. Das ist jedenfalls NICHT mein Ziel und das P.S. ist kein Plagiat, da ich die Quelle offen gesagt habe. Im Kontext des Gedichts finde ich dieses Zitat recht passend und wer weiß, vielleicht bringt es den einen oder anderen von euch Lesern mal dazu, inne zu halten und nachzudenken? Ich hoffe das, denn es war sowohl das Ziel Brechts und meins ist es jetzt genauso und deswegen fand ich es nicht verkehrt, Brecht auch zu Wort kommen zu lassen. Liebe Grüße und schreibt mir bitte, bitte konstruktive Kommentare! Das wäre euer Lohn für meine Mühe und mein eigenständiges Nachforschen der Geschichte, Literatur und eigener Umgebung).
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.02.2005 um 14:54 Uhr
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Gedichte sind immer subjektiv - Das macht sie interessant.
Aber ja, ich kann die depressiven Phasen nachvollziehen...
Wenn du dich ein wenig durch meine Werke lesen solltest, wirst du das sicher auch merken *lächelt* |
Niemand darf mir glauben, wenn ich lache oder weine,
Niemand darf von Zukunft reden, denn ich sehe wirklich keine,
Nur wenn ich die Augen schließe geh' ich jedesmal zu weit:
Es ist nur eine Frage des Momentes und der Zeit. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.02.2005 um 13:50 Uhr
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inzwischen dürfte die errötung abgeklungen sein.
wenn du deine gefühle mit der motivation gleichsetzt, aus der heraus du handelst, dürftest du merken, daß es schwierig wird, ehrlich zu bleiben.
ebenso, wie du eine vielzahl deiner gefühle nicht immer benennen kannst (oder willst), so verhält es sich wohl auch mit deiner motivation, aus der heraus du handelst und die nicht selten gespalten ist, eben weil sich dein gewissen einschaltet.
mit deinem handeln verfolgst du bestimmte ziele und absichten, die durch deine moralvorstellungen beeinflußt werden.
stünde es in meiner absicht, meine umwelt zu schocken, würde jetzt aus dem bett kriechen, meine pantoffeln anziehen und zum supermarkt schlendern.
aber blöderweise schaltet sich meine moral ein und sagt mir, ich könne unmöglich das risiko eingehen, die menschen um mich herum in einen schockzustand zu versetzen.
die dusche ruft,
in diesem sinne,
stumm Geändert am 22.02.2005 um 13:58 Uhr von stumm |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.02.2005 um 08:12 Uhr
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| Tut mir leid für das falsche Zitat *erröt* Ich meinte natürlich "[...]agiert sie[...]". Sieht aus, als wäre ich noch nicht endgültig wach...Gruß |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.02.2005 um 08:09 Uhr
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DingensBumens, danke! Das Gedicht ist in einer der depressiven Phasen entstanden, während der ich versuchte die Gefühle von vielen Menschen zu diesem Thema zu verallgemeinern. Ich stellte es hier raus, um evtl. eine Lösung zu hören, die realisch wäre.
Stumm, vielen Dank für dein Feedback! Es machte mich nachdenklich, aber gleichzeitig freut es mich, dass du dir so viele Gedanken gemacht hast Dein Gedicht finde ich gelungen. "...Fungiert dann als Moralist"? Stimmt, unser Hass u.Ä. sind anfangs Begründung genug für unsere Aktionen, die wir hinterhet oft bereuen. Aber ist das so nicht mit all unseren Gefühlen? Sind sie nicht unsere wahre Moral?
Jeder muss seine eigene Lösung finden. Ich lasse den Hass fallen. Die Last ist mir zu schwer als dass ich sie durch's Leben weiterschleppen könnte. G |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.02.2005 um 03:42 Uhr
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eine nicht unbedingt konstruktive antwort.
emotionen sind nicht immer kontrollierbar,
unrecht ist immer subjektiv.
rache nicht selten nur eine bequeme form, mit seinen
starken gefühlen umzugehen.
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die lüge webt die vielen schichten,
webt stück für stück deine geschichten
und dennoch bleibt die zeit nicht stehen,
selbst wenn die schichten sich verdichten,
wird immer wieder zeit vergehen.
Noch fütterst du den haß in dir,
in ihm erwacht die lüsternd` gier,
merkst nicht, wie sie gedeiht und wächst,
sich einlebt in ihrem revier
und nun nach deiner liebe lechzt.
gefühltes leid wird langsam eilen,
an deinen rachgelüsten feilen,
wird dich erfassen, nicht von dir lassen,
noch lang, sehr lang dort in dir weilen,
ehe du beginnst, dich selbst zu hassen.
und schamlos, wie sie ist, die list,
die sich dann durch durch die fäden frißt,
die sich einst umeinander schlangen,
(um rachgelüste zu empfangen,)
agiert sie dann als moralist.
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zumindest hoffe ich das. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.02.2005 um 16:05 Uhr
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Ein wundervolles Gedicht, und du hast recht, die Zeilen von Brecht passen sehr sehr gut dazu.
Es macht sehr nachdenklich... |
Niemand darf mir glauben, wenn ich lache oder weine,
Niemand darf von Zukunft reden, denn ich sehe wirklich keine,
Nur wenn ich die Augen schließe geh' ich jedesmal zu weit:
Es ist nur eine Frage des Momentes und der Zeit. |
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