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Der Rattungsdienst

Nutzer: TheHamster
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geschrieben am: 12.03.2004    um 16:58 Uhr   
Als der Herr die Rettungsassistenten erschuf war er bereits 6 Tage in Verzug, als ein Engel erschien und sagte: "Du gibst dir ziemlich viel Mühe mit diesem Modell"
Gott antwortete: "Hast du dir das Lastenheft angesehen? Ein Rettungsassistent muss in der Lage sein, einen Verletzten einen nassen Grashügel in der Dunkelheit hoch zutragen, allen möglichen Gefahren trotzen um zu einem sterbenden Kind zu gelangen, Wohnungen zu betreten, die selbst das Gesundheitsamt meiden würde, ohne dabei seine Einsatzkleidung schmutzig zu machen:" "Er muss in der Lage sein, dass dreifache seines eigenen Gewichts zu tragen, in zerstörte Autos klettern, ohne wirklich Platz zu haben und während einer Reanimation eines Babys die trauernde Mutter trösten, obwohl er weiß, dass ihr Kind nie wieder atmen wird." Er muss in mentaler Topverfassung sein, ohne Schlaf funktionieren, nur mit schwarzem Kaffe und halb gegessenen Mahlzeiten. Außerdem muss er sechs paar Hände haben. "Der Engel schüttelte den Kopf und sagte: "Sechs paar Hände... niemals. "Es sind nicht die Hände, die mir Probleme bereiten, "sagte der Herr, "es sind die drei paar Augen, die jeder Rettungsassistent haben muss." "Und das Standartmodell? "Fragte der Engel. Der Allmächtige nickte. "Ein Paar sieht offene Verletzungen beim Blutabnehmen und muss den Patienten fragen ob er HIV positiv ist (obwohl er das bereits weiß und wünscht sich den Bürojob angenommen zu haben), das nächste Paar gehört an die Seite des Kopfes, um auch die Sicherheit für seinen Partner gewährleisten zu können. Das letzte Paar Augen gehört hier nach vorne, um vertrauensvoll auf einen blutenden Patienten sehen zu können und ihm zu versichern, dass alles halb so schlimm sei." "Gott, ich bitte dich, sagte der Engel und berührte seine Ärmel, "ruhe dich aus und mache morgen weiter." "Das ist unmöglich", sagte der Allmächtige "ich habe bereits ein Modell entworfen, das ohne Zwischenfälle 120Kg schweren Betrunkenen hinter dem Steuer hervorbekommt und dabei seine fünfköpfige Familie von dem Gehalt eines Angestellten im öffentlichen Dienst ernähren kann."
Der Engel umkreiste den Rettungsassistenten sehr langsam. "Kann er denken?" Fragte er. "Darauf kannst du wetten", antwortet der Herr. "Er kennt die Symptome von über 100 Krankheiten, weiß Medikamentendosierungen aus dem Schlaf. intubiert, defibrilliert und führt Reanimationen an Orten durch, die jeder niedergelassene Arzt meiden würde und behält trotzdem seinen Sinn für Humor." Dieses Modell hat außerdem eine außergewöhnliche Körperbeherrschung. Er kann mit einem Polytrauma umgehen, eine verängstigte Rentnerin überzeugen, die Türe zu öffnen, die Angehörigen eines Selbstmörders trösten und danach in der Zeitung lesen, wie die unfähigen Rettungsdienstler es nicht geschafft haben, rechtzeitig bei dem Verletzten zu sein, obwohl das Haus in einer Strasse ohne Straßenschild lag, keine Hausnummer angebracht war und niemand die Telefonnummer für einen Rückruf hatte. Schlussendlich beugte sich der Engel zum Rettungsassistenten und fuhr mit dem Finger über die Wange. "Hier ist eine undichte Stelle", verkündet er. "Ich habe dir doch gesagt, dass du versuchst zuviel in das Modell hineinzupacken". "Das ist keine undichte Stelle", antwortet Gott. "Das ist eine Träne". Wofür ist diese Träne?" Fragte der Engel. "Das ist für verborgene Emotionen, für Patienten, die sie verzweifelt versucht haben zu retten, für ihre Überzeugung, einen Unterschied machen zu können im Wettlauf um das Leben eines Patienten".
"Du bist ein Genie", sagte der Engel.
Der Herr schaute traurig. "Ich habe die Träne nicht geschaffen", sagte er.......

Viel Spaß beim drüber nachdenken

Hamster
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"Autor"  
Nutzer: YellowFuchs
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Anzahl Nachrichten: 14

geschrieben am: 24.03.2004    um 20:05 Uhr   
Ich habe nicht nur großen Respekt vor diesem Beruf und allen die ihn ausüben, ich habe auch großen Respekt vor dem Schreiber, bzw. dem Verfasser dieses Textes!!
<> würde mein Phylosophie-Lehrer sagen...
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"Autor"  
Nutzer: Sunshine
Status: Regelmäßig II
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Anzahl Nachrichten: 253

geschrieben am: 12.03.2004    um 20:45 Uhr   
Mein Vater übt diesen Beruf seit gut 30 Jahren aus...
hab großen Respekt vor ihn, was das Mitbringen vom Beruf betrifft... Denn leicht ist so was wirklich nicht,
wenn ein Menschenleben, was man grad am retten war, zu Ende geht...

Vor einen Jahr hat er mir auch genau den Text gezeigt
und glaub ich noch einen anderen.. mir kamen selbst die Tränen hoch, weil ich da erst ganz genau begriff was der Beruf zu bedeuten hat!

Ich bin stolz auf alle Leute
die Leben retten, es immer wieder versuchen
und selbst wenn es scheitert weiter machen,
da die schönen Seiten doch auch immer kommen
und das öfters als z.B. der Tod ...
*nachdenklich raus geht*
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