"Umfrage" "Zwangskat." "Stimmen" "Prozent"
Ich bin Mann
746.7%
Ich bin Frau
213.3%
Ich identifiziere mich mit beidem nicht
320.0%
Ich bin keines von beiden
320.0%
Stimmen gesamt: 15, ergibt 100%
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Nutzer: Pustwind
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geschrieben am: 08.09.2005    um 15:14 Uhr   
Zitat von: Simon
Nun, eine Einteilung eines jeden ist von der Natur vorgegeben, daher hab ich ja mal überhaupt gar kein Problem damit.
Die Einteilung in 2 Geschlechter ist eine Erfindung der Moderne.
Vorher gab es lange Zeit nur eines: das männliche. Die Frau war ein unvollständiger, schlechterer Mann.

Die Einteilung in 2 Geschlechter ist mitnichten natürlich. Sie ist ein geistiges Konstrukt.

nun noch 2 zitate von wo ander zum Begriff Frau, der imo auf weiblich übertragbar ist:

er witz an dem begriff "frau" ist doch der: eigentlich beschreibt der einen menschen, der einige bestimmte anatomische merkmale hat. nun wird dieser begriff aber (und das schon seit jahrtausenden) zur sortierung im alltag benutzt (warum das angefangen hat, lassen wir mal aussen vor). damit ist dieser begriff schon mit der sortierung identisch. wenn ich ihn im alltag benutze, affimiere ich damit, dass es grundsätzlich sinn macht, im alltag in zwei biolog. geschlechter zu sortieren - auch in Chatcity, wo das ja wirklich komplett irrelevant ist (ausser zB ich will gerade n date, und bin auf menschen mit brüsten/vulva etc sexuell ausgerichtet). dadurch erscheint diese sortierung als quasi-natürlich, weil das immer passiert - im gegensatz zu einer sortierung an hand von haarfarbe oder schuhgröße (nimm mal im gespräch mit freunden bezug auf jedne menschen nur an hand der schuhgröße. die werden denken, sie müssten dich einliefern). die sortierung in mann & frau taugt eben nur deswegen zu einer gewaltätigen sortierung, weil sie kaum jemandem als so willkürlich erscheint. sonst würde die sache nicht funktionieren. die nazis hätten wohl kaum durchgesetzt gekriegt, alle leute mit längerem ringfinger als "böse gegenrasse" töten zu lassen. da muss die sortierung leuten schon irgendwie sinnvoll & "wahr" erscheinen
und diese sortierung ist ja gerade deswegen so ein gewaltverhältnis, weil sie ständig geschieht. die ganze zeit wird gecheckt: mann oder frau. und dann geguckt. übt die person auch die damti verknüpften sachen aus.
eine kritik an diesem gewaltverhältnis (unterwirf dich der sortierung an hand deiner genitalien) ist also gleichzeitig eine kritik dieser alltagssortierung - anders ist das gar nicht denkbar.

das heißt nun nicht, dass der begriff "frau" abgeschafft werden müsste - aber seine verwendung müsste im gleichen maße verändert werden, wie die gesellschaftliche realität. wobei: da an dem begriff "frau" ein ähnlicher rattenschwanz an mitbedeutungen mithängt wie an "rasse", er ein soziales wesen mitbeschreibt, evt doch. zB ein fremdwort wie gyne oder so - eifnach weil klar werden sollte, dass da lediglich einige biologisch-anatomsiche umstände gemeint werden sollen, und nicht das gesamte wesen eines menschen
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nun, schon mal die überlegung gehabt, dass versch. begriffe versch. wahr sein können? der begriff "gott" zB beschreibt wohl eindeutig nichts, was existiert. der begriff "frau" hat zwar einen anker in der realität, ist aber in seiner genau so konstruiert, wenn er 50% der menschheit eine größere sonstige wesensgleichheit - abgesehen von anatomischen merkmalen usw - im vergleich zu den anderen 50% unterstellt, die in wahrheit erst sozial durch diese sortierung geschaffen werden - der begriff schafft durch ständige verwendung also wesentliche teile der begriffsbestimmung selbst - in dem er die sozialisation von leuten beeinflusst etc.der begriff ist eben nicht so neutral-anatomisch wie du meinst.
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  TopZuletzt geändert am: 08.09.2005 um 15:19 Uhr von Pustwind
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Nutzer: Pustwind
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geschrieben am: 08.09.2005    um 15:09 Uhr   
Zitat von: deruebermensch
Kämpfe gegen den Zwang!
Ich kämpfe nicht gegen den Zwang, ich entziehe mich ihm.

Die Strategie der Schwäche - ich besitze nicht eine Abacho-Aktie ,)
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Nutzer: Simon
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geschrieben am: 08.09.2005    um 15:08 Uhr   
Nun, eine Einteilung eines jeden ist von der Natur vorgegeben, daher hab ich ja mal überhaupt gar kein Problem damit.

Du teilst Dich einfach überall ein, denn auch wenn ein jeder ein Individuum ist, gehörst du pauschal gesehen immer irgendwo dazu, oder eben auch nicht. Mann - Frau, Kind - Erwachsen, Jung - Alt, Gut - Böse, wie auch immer. Die Grenzen gehen dabei sicherlich fliessend ineinander über.

Wenn du dich nicht entscheiden kannst, was du bist, Mann oder Frau, splitte es weiter auf. z.B. körperlich Mann, geistig Frau oder so. Irgendwo kann man sich fast immer zuordnen.

Also ich hab damit kein Problem. Und mal davon ab: Das hier ist virtuell. Wenn juckst wirklich, ob du nun den Button w oder m anklickst. Obs dann auch stimmt, wissen die wenigsten.
I'll show you crazy!!!
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Nutzer: deruebermensch
Status: Regelmäßig III
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Registriert seit: 24.05.2003
Anzahl Nachrichten: 569

geschrieben am: 08.09.2005    um 15:07 Uhr   
Du wirst merken, das leben ohne chat ist schön. Plötzlich siehst du wieder die Sonne, den Mond, Menschen und keine Buchstaben mehr.

Ich bewundere deinen Mut zur Revolution! Weiter so es lohnt sich!

Kämpfe gegen den Zwang!
Woran erkennt man eine gute Fee? - Sie verwandelt sich nach dem Sex in eine Kiste Bier und zwei Kumpels!

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Nutzer: GythaOgg
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geschrieben am: 08.09.2005    um 14:44 Uhr   
Hab mich dazu auch geäußert, siehe CC- Veränderungen *grml*
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"Autor"  
Nutzer: Pustwind
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geschrieben am: 08.09.2005    um 11:18 Uhr   
Aus Margarete Maurer

(beim 5. Symposion zur Geschlechterforschung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel:
The Nature of Gender - The Gender of Nature
10.-12. November 2000:

"Zur Konstruktion des biologischen Geschlechts und seiner Fundierung in der modernen Hirnforschung: eine De-konstruktion"

(...)
»Sex« stellt kein fixes Kriterium dar, sondern ein fließendes und variables Muster. Dabei spielen raum-zeitlich unterschiedliche Konzentrationsgefälle von Hormonen und anderen Stoffen eine bedeutende Rolle.
Aus biologischer und wissenssoziologischer Sicht müssen wir annehmen, daß der Geschlechtszugehörigkeit einer Person - und die mehr Möglichkeiten enthält als nur »männlich-weiblich« - zwar die Bedeutung eines Teilaspektes mit einer begrenzten Bedeutung zukommt (v.a. für die reproduktiven Funktionen), aber (außer in einem trivialen Sinne) die Sprechweise vom entweder »männlichen« oder »weiblichen« Gehirn bei weitem übertrieben ist. Solche Zuschreibungen werden der Komplexität des Gehirns nicht gerecht. Auf einen Sexualdimorphismus des Gehirns als vermeintlichen Grund kann sich das binäre Geschlechtermodell daher nicht stützen.
Vielmehr müßte ein korrekter Begriff des Menschen die vorhandene biologische Vielfalt konzeptuell berücksichtigen und von der strikten Norm »weiblich oder männlich und sonst nichts« abgehen. Was folgt daraus für die sex-gender-Debatte? Nicht nur aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive, sondern auch aus biologischer erweisen sich universell und binär konstruierte Geschlechterkonzepte und Geschlechtszuschreibungen als überholungsbedürftig. Das Zwei-Geschlechter-Modell - besonders in Bezug auf den Menschen - muß erweitert oder kann als hinfällig betrachtet werden. Auch wenn es in der heutigen dualistisch durchsexualisierten westlichen Welt als recht schwierig erscheinen mag, sich etwas anderes als die zwei bekannten Geschlechter »männlich« und »weiblich« vorzustellen.
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  TopZuletzt geändert am: 08.09.2005 um 11:54 Uhr von Pustwind
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geschrieben am: 08.09.2005    um 11:10 Uhr   
P.S. Der Titel sollte Verweigerung von Zwangskategorisierung (Abschiedsthread) heißen.

Für Umfragen stehen aber nur 20 Zeichen zur Verfügung.

Da ist da kein sinnvoller Titel gewährt.

P.P.S.
Mir geht's darum, wie ihr das findet, dass mensch sich nun einteilen MUSS.

Ob ich mich nun eindeutig als Mann oder Frau fühle oder sogar meine, Männer oder Frauen seien die besseren Menschen - ich will trotzdem die Freiheit haben, nur der Nick zu sein.

Ohne Hautfarbe, Religion bzw. Weltanschauung oder Geschlecht!
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  TopZuletzt geändert am: 08.09.2005 um 12:39 Uhr von Pustwind