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Chaos im französischen Team ufert aus

Nutzer: Horsy
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geschrieben am: 22.06.2010    um 00:37 Uhr   
Quelle: Link / dpa, 21.06.2010



Intrigen, Sittenverfall und Wut: Die Auflösungserscheinungen bei Vize-Weltmeister Frankreich sind in der Heimat zum Politikum geworden. "Die ganze Welt lacht uns aus, dieser Mummenschanz muss sofort aufhören", forderte Einwanderungsminister Eric Besson empört. Im Fernsehen war der Weltmeister-Trainer von 1998, Aimé Jacquet, den Tränen nahe. "Tiefer kann man nicht stürzen", klagte er. Das schlechte Image werde Frankreich über Jahre hinaus verfolgen. Ex-Nationalspieler Claude Makelele schimpfte: "Mein Gott, man muss doch das Nationaltrikot respektieren."

Die Hahnenkämpfe innerhalb des zerstrittenen Teams nehmen immer groteskere Züge an. Gerüchten zufolge sollen sich auf dem Rückflug nach der Niederlage gegen Mexiko Franck Ribéry und Yoann Gourcuff im Flugzeug geprügelt haben. Der Bayern-Profi dementierte dies allerdings: "Das ist absoluter Schwachsinn, dass ich mich mit ihm im Flugzeug geprügelt habe", sagte Ribéry. "Ich habe überhaupt kein Problem mit Yoann."

Auch Nationaltrainer Raymond Domenech kritisierte seine Spieler hart. "Das war eine unbeschreibliche Dummheit", sagte er vor dem letzten WM-Gruppenspiel gegen Südafrika über den Trainings-Boykott vom Vortag. Auf wen er in der Partie am Dienstag in Bloemfontein noch bauen werde und wer eventuell aus dem Team fliege, wollte der 58-Jährige nicht verraten. Er stellte jedoch klar: "Die Mannschaft stelle nach wie vor ich auf."

Wie "Spiegel.de" berichtet befürchtet Domenech sogar, dass einige der Spieler das Entscheidungsspiel boykottieren könnten. Der Trainer sagte, es gebe "eine Möglichkeit", dass einige Spieler beim entscheidenden Spiel der Gruppe A nicht dabei sein wollten. Den Profis wirft er "Blödheit" vor.

Gleichzeitig räumte Domenech jedoch ein, dass es schwierig sei, sich nach den Vorkommnissen der vergangenen Tage auf dieses Spiel vorzubereiten. Die Franzosen können lediglich mit einem Sieg gegen Südafrika und Schützenhilfe von Mexiko oder Uruguay noch das Achtelfinale erreichen. Das Verhältnis zwischen dem Trainer und seinem Team ist jedoch irreparabel zerstört. Bei der Ankunft der Mannschaft auf dem Flughafen in Bloemfontein ging der Trainer nach dem Verlassen der Maschine alleine vorweg. Die Spieler folgten ihm mit großem Abstand. Auch bei der Pressekonferenz am Abend wollte er niemanden neben sich sehen. "Die Leute erwarten jetzt keine Worte mehr von uns, sondern nur noch Taten", sagte Domenech.

Die französischen Profis hatten zuvor ihren Trainings-Streik beendet und gingen still und zumeist mit hängenden Köpfen ihren Übungen nach. Jacquet hofft, dass Les Bleus am Dienstag wenigstens noch um die Ehre kämpfen. Dass die Franzosen noch das Wunder von Südafrika schaffen und ins Achtelfinale einziehen könnten, daran glaubt niemand - bis auf Ex-Weltmeister Zinedine Zidane. "Auch wenn das viele zum Lachen bringen sollte: Ich hoffe, Frankreich noch im Finale zu sehen. Alles bleibt möglich", sagte er.

Die Skandal-Serie bei der WM in Südafrika lässt das Land vor Scham im Boden versinken. Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der die Ereignisse als inakzeptabel zurückwies, stellte den Profis eine Art Babysitterin zur Seite, die den Schaden in Grenzen halten soll. Sportministerin Roselyn Bachelot musste ihren Aufenthalt in Südafrika verlängern und berief ein Krisentreffen mit Kapitän Patrice Evra, Trainer Domenech und dem Präsidenten des Nationalverbands FFF, Jean- Pierre Escalettes, ein. Alle Delegationsmitglieder rief sie zur "Verantwortung und zur Wahrung der Würde" auf. Politiker und Medien forderten den Rücktritt der gesamten Spitze des FFF.

Die Profis hatten am Vortag das Training verweigert, um gegen den WM-Ausschluss von Stürmer Nicolas Anelka zu protestieren. Der Chelsea-Profi hatte Domenech in der Pause des Mexiko-Spiels (0:2) übel beleidigt und musste vorzeitig die Heimreise nach London antreten. Der Trainer verteidigte diese Maßnahme des Verbandes in aller Deutlichkeit. "Kein professioneller Sportler hat das Recht, sich so zu verhalten. Das kann ich weder in der Umkleidekabine noch sonst wo akzeptieren", sagte Domenech. Die Spieler suchen nun nach dem Maulwurf, der den Zwischenfall ausgeplaudert hatte.
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Nutzer: Martin
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geschrieben am: 23.06.2010    um 14:11 Uhr   
Fast geschenkt würd ich nicht sagen, es war doch schön herausgespielt.

Das Ausscheiden ist bitter, aber mit der Leistung war das verdient.

Wenn sowas aber vorkommt kann man eigentlich nur den Trainer wechseln wenn er keine Authorität mehr hat oder die führenden Spieler.

Die Spieler verdienen so gut und dann "streiken" sie während so einer Veranstaltung, das ist unprofessionell und an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.

Schade um den französischen Fussball.

Als Gott sah dass er die Menschheit mit Seuche, Sintflut und Pest nicht bestrafen konnte schickte er mich.
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Nutzer: Horsy
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geschrieben am: 23.06.2010    um 00:28 Uhr   
Die Franzosen sind nun auch erwartungsgemäß ausgeschieden, ernüchternde Bilanz aus den drei Gruppenspielen: Ein einziges lausiges Tor, und das auch noch fast geschenkt - bitter.
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