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geschrieben am: 24.08.2011 um 20:51 Uhr
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So.
Das ist ja ne wirre Sache hier.
3rdForce: Wobei ich mich frage: wenn ein HartzIV-Empfänger es sich leisten kann, für Sportwetten Geld auszugeben - hat er dann nicht zuviel davon?
Der H4-Empfänger hat im Monat einen bestimmten Betrag zur Verfügung. Wenn er es schafft, sich ein Stück davon aufzusparen, weil er sich ganz sicher dafür in anderen Lebensbereichen einschränkt, ist das doch völlig in Ordnung. Warum sollte ein H4-Empfänger KEIN Recht auf ein wenig Glück haben, um seine Situation zu verbessen? Mal ab davon, dass selbst H4-Empfängern Sachen wie Kinobesuch/Restaurantbesuch etc. zustehen, um an sozialen Aktivitäten teilzunehmen. Wenn er sich den Kinobesuch spart und dafür Lotto spielt, weil er seine Situation verbessern möchte, sehe ich darin kein Problem. In meinen Augen ist das eine Herabstufung des Menschen, oder dessen, was er darf. Eine Einschränkung, wie es sie in H4 ohnehin viel zu oft gibt.
HeavensSent: also ich frage mich wie man überhaupt auf die idee kommt mit den erhaltenen Leistungen, ALG2, zu wetten.
Auf die Idee kommt man, weil man nicht vom Amt abhängig sein möchte und weil man auf ein bisschen Glück hofft, mal mehr Geld zu haben. Das haben viele Arbeitstätige ja auch. Mal ganz ab davon, dass viele ihr Geld da rausschmeißen. Aber auf eine Portion Glück hoffen sie alle. Ein H4-Bezieher ist ja nicht anders, als der Rest. Er hate ebenso Bedürfnisse und Wünsche. Und es gibt diese und jene H4-Bezieher. Manche kommen mit dem Geld bestens aus und schaffen es, noch Geld für sowas übrig zu haben, Andere nicht. Besonders jene nicht, die früher mal einen höheren Lebenstandart hatten, auf Grund dessen dass sie arbeiteten. Die müssen nämlich dann mit weniger Geld zurecht kommen, und seinen Lebensstandard einzubüßen ist keine schöne Sache und auch eine Umstellung. Die, die keine großen verluste haben, kommen auch besser damit zurecht, mit einem "H4-Lohn" zu leben.
mandyluder: fakt ist es das die 3 jobstellen angeboten bekommen^^ aba leider sind viele nicht flexibel
am liebstn sollte die stelle gleich um die ecke sein wo die wohnen^^
oder ist zu wenig geldverdienst. hätten dann z.b.. 50euro mehr...
wenn icke unbedingt einen job haben will,muss man ebn das annehmen
die auf suche nach job sind und unbedingt wollen..bekommen auch einen
nich nur du kennst solche leute senti^^ icke kenn solche und solche
wenn icke höre nee hab keinen bock wegn bissle mehr geld früh aufzustehn..
könnte icke !!!!
von 100 % sind 90% die keinen bock habn einen job zu suchen
Warum sollte ein H4-ler alles annehmen? Warum sollte er Dinge tun, die ihm kein Spaß machen?
Warum sollte er unter dem agieren, was er selbst für richtig hält?
Man muss sich nicht unter Wert verkaufen. Man sollte auch durchaus die Wahl haben und sagen dürfen: Leute, das liegt mir so einfach nicht. Das Problem ist sonst nämlich, dass er irgendwann eh wieder beim Amt ist, weil er dauerhaft in seinem Job nicht glücklich wird. Und erst recht: Warum sollte er unter seinem Wert arbeiten? Jeder sollte das Recht haben, sich eine arbeit suchen zu dürfen, mit der er sich halbwegs anfreunden kann. Und das Arbeit heutzutage teilweise eh unter Wert verdonnert wird ist eh die größte Schande. Aber das ist ein Fehler des Systems. Ebenso wie zb. Zeitarbeit. Die Leute werden verheizt. Die gehen für weniger arbeiten, als sie in Branche normal verdienen. Was gleichzeitig einfach für Ungerechtigkeit sorgt. Und man hat durchaus das recht auf ordentlich bezahlte Arbeit. Und viele, die einen Job annehmen, der unter dem Eigentlichen ist, verkaufen sich selbst. Und Geld ist tatsächlich nicht alles. Das ist doch jedem seine Entscheidung, ob er früh für'n paar Euro mehr aufsteht oder nicht. Natürlich sollte man auch Kompromissbereit sein, aber alles bieten lassen und sich in Dinge zwingen lassen, die einem nicht liegen, sollte man nicht.
Und allgemein:
Es IST und war NIE möglich, wirklich Vollbeschäftigung zu haben (daher sagt man ja auch Vollbeschäftigung ist bei 2% Arbeitslosen). Daher wird es immer kurzzeitig Arbeitslose geben, weil manche ihre Stelle wechseln oder gekündigt werden und der Übergang demnach nicht zwingend immer fließend ist. Hinzu kommt, dass es Berufsbereiche gibt, die komplett überlaufen sind bzw. in so hohem Maße ausgebildet werden, dass der Markt gesättigt ist. Daher rutschen Leute in H4 ab. Nicht weil sie nicht wollen, nicht weil sie nicht können, sondern weil es schlicht nichts gibt. Und die Maßnahmen des Amtes sind oftmals auch nicht hilfreich. Sei es Ein-Euro-Job oder ähnliches. Und sie werden auch erst spät angeboten. Denn am Anfang bist du noch vermittelbar. Hinzu kommt, dass man je nach vorherigem Gehalt auch sofort in H4 rutschen kann.
Weiter hinzu kommt, dass viele H4-ler auch Probleme haben. Die sind gar nicht vermittelbar, aus welchen Gründen auch immer und der Rest ist durchaus motiviert. Und die, die wirklich nicht arbeiten wollen, sind zwar natürlich vorhanden, aber auch nicht in ganz so hohem Maße, wie alle das denken. Und wenn man vom Amt Jobangebote bekommt, ist man ganz sicher nicht der Einzige, der sich darauf bewirbt. Leute, die dann schlechtere Qualifikationen haben, haben es dann eben schwerer und bleiben in H4. Gerade in überlaufenen Bereichen. Es ist also teilweise auch hier wieder ein Fehler im System. Es sind also mehr Faktoren zur Betrachtung des Ganzen nötig.
Und die H4-ler die nicht arbeiten wollen, erhalten ihre Strafen. Wenn die das nicht stört, ist das deren Sache. Aber viel haben dürften die nicht haben. |
| "Lebende Glücksbringer sind Menschen, die ihre Wahrheit gefunden haben und sie leben. Sie haben keine Angst mehr vor der Kraft der anderen, weil ihnen klar geworden ist, dass nicht die Kraft der anderen Probleme schafft, sondern der Mangel an Kraft." (Kim Barkman) |
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