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geschrieben am: 21.09.2002 um 17:24 Uhr
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Alkoholkonsum
Alkohol spielt eine nicht zu vernachlässigende Rolle vor und während einem Suizidversuch. Durch Studien wurde belegt, daß mindestens 20 Prozent der Menschen vor ihrem Suizidversuch Alkohol trinken und daß ein Viertel rechtlich gesehen betrunken war. Die Vermutung, daß der Alkoholkonsum bei Suizidanden vor ihrem Tod noch höher, bzw. weiterverbreitet ist, liegt nahe. Dies ist allerdings kaum zu beweisen, da suizidale Handlungen im Fall von Alkoholeinfluß von den Behörden wahrscheinlich oft als Unfall eingestuft werden.
Alkohol hat eine enthemmende Wirkung auf Menschen. Diese Wirkung fördert den Mut der Menschen, etwas zu tun (suizidale Handlungen), vor dem sie sonst Angst hätten und das sie aus dieser Angst heraus unterlassen würden. Es wird vermutet, daß der Alkohol die Gewaltbereitschaft einer Person (auch gegen sich selbst) fördert und daß er verdeckte Aggressionen aufdeckt, die dann wirken können.
(vgl. Comer, 1995, S. 172)
Vermutlich haben andere Drogen eine ähnliche Wirkung auf suizidgefährdete Menschen und fördern, wie der Alkoholkonsum, substanzbezogene Störungen.
Der langfristige Mißbrauch von berauschenden Drogen fördert vermutlich das Gefühl, von der Droge gefangengenommen zu sein, nicht mehr loszukommen. Dies führt zu einer Hoffnungslosigkeit, die Suizidgedanken auslösen kann. Möglicherweise steht aber auch die Hoffnungslosigkeit und/oder Verzweiflung am Anfang und führt erst zum Drogenmißbrauch, der dann das Problem verstärkt und die negativen Gefühle und Wahrnehmungen des Menschen intensiviert. Als einziger Ausweg kann dann von diesen Personen der Suizid in Betracht gezogen werden.
Psychische Störungen
Menschen, die den Versuch unternehmen, sich selbst zu töten, müssen nicht zwangsläufig an einer psychischen Störung leiden. Dennoch sind bei etwa 30 bis 70 Prozent dieser Menschen psychische Störungen zu beobachten.
Die am häufigsten auftretenden psychischen Störungen, die am engsten mit dem Suizid verknüpft sind, sind
¬ affektive Störungen
¬ Substanzbezogene Störungen und
¬ Schizophrenie.
(vgl. Comer, 1995, S. 172f)
Der Begriff Schizophrenie bedeutet ,,spaltungsirre sein". Symptome dieser psychischen Störung sind Denkstörungen in Form von unzusammenhängendem Denken, Persönlichkeitsspaltung, Kontaktverlust und manchmal Wahnvorstellungen. Menschen, die unter schizophrenen Störungen leiden haben oft den Kontakt zur Realität verloren.
Die populäre Meinung besagt, daß sich Schizophrene umbringen, weil die Stimmen in ihrem Kopf ihnen diese Handlung befehlen oder weil sie die Wahnvorstellung haben, Suizid sei eine großartige Sache und noble Geste. Forscher fanden aber heraus, daß das Motiv solcher Menschen meist in einer Demoralisierung zu suchen ist. Es sind vor allem junge und arbeitslose Menschen. Nach wiederholten Rückfällen glaubt die schizophrene Person, daß sie ihr Leben mit dieser Störung nicht bewältigen kann.
Berufliche Belastung:
Suizidversuche können durch große berufliche Belastung oder auch berufliche Unzufriedenheit, wie z.B. ausbleibende Befriedigung oder Bestätigung, ausgelöst werden. Die Statistik zeigt, daß Psychiater, Psychologen, Ärzte und Zahnärzte, Anwälte und ungelernte Arbeiter zu den Berufsgruppen zählen, bei denen man besonders hohe Suizidraten finden kann. Dies muß aber nicht unbedingt auf eine besondere berufliche Belastung zurückzuführen sein. Es gibt auch Erklärungsansätze, nach denen ungelernte Arbeiter eine größere Zukunftsangst haben als Menschen in anderen Tätigkeitsfeldern und daher eher zu suizidalen Handlungen neigen. Suizidale Psychologen oder Psychiater leiden nicht unbedingt unter der emotionalen Belastung ihres Berufs, sondern haben im Gegenteil eventuellen ihren Beruf auf Grund eigener psychischer Probleme gewählt, sind daher also vorbelastet und somit suizidgefährdet. |
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