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selbstmord

Nutzer: GabrielX
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geschrieben am: 20.09.2002    um 23:37 Uhr   
ich weiß ,ich weiß!!

dieses thema war hier schon sooft,das man wohl mit den beiträgen wände tapezieren könnte.denoch will ich es jetzt und hier zum thema machen!

ich habe kürzlich mit jemandem gechattet der ernsthaft über selbstmord nachdenkt,es ist die sinnlosigkeit des seins,die diese person als grund nennt.sicherlich ist das etwas,was einigen hier begegnet ist.

ich möchte ernsthaft darüber reden,also bitte keine pseudo kommentare oder belustigungen!!!!!!!!!!!!

ich möchte wissen was für erfahrungen ihr gemacht habt,möchte wissen wie ihr mit menschen umgeht,von denen ihr anehmen müßt das sie das vorhaben,oder im chat ankündigen.

ich möchte von euch wissen,ob ich selbst schon daran gedacht habt,und warum.

also äußert euch
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Nutzer: DerTom
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geschrieben am: 04.07.2005    um 17:27 Uhr   
Hey!

Also ich hab bestimmt schon an die tausende male dran gedacht. Aber ich würde es nie wirklich tun, solange meine Eltern noch leben. Das würde ich ihnen niemals (!) antun. Wenn sie nicht wären, wäre die Sache anders.
Es kommt eben drauf an, wie das Leben bei einem läuft: Job, Familie, Gesundheit .... oder aber eben arbeitslos, einsam, gefrustet und depressiv (aber da gibt es ärztliche Hilfe zum Glück).

Also ich werd's vorerst nicht tun. Ich vollbringe lieber zum tausendsten mal einen Neuanfang und versuche zum tausendsten mal, mein Leben endlich mal auf die Reihe und schön gebacken zu kriegen :-)

ne, ne! Ich sag Nein! zum Suizid! Aber ich denke oft drüber nach! Es ist doch etwas dran: viele sagen, "es wäre feige" und ich glaube, da ist 'was dran. Aber ich kann auf jeden Fall verdammt gut verstehen, wenn jemand die Kraft nicht mehr hat, dieses Leben weiter durchzustehen! Es ist nämlich kein Kinderspiel! Sondern jeder einzelne gottverdammte Tag ist ein einziger Kampf (zumindest bei mir ist das so!)
Man braucht Kraft für dieses Leben und man muss sie irgendwoher schöpfen können - wenn das nicht ist und die Kraft ist weg, dann kann ich jeden verstehen, der Schluss macht!

Alles Gute an Alle
Der Tom

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Nutzer: Loonitoons
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geschrieben am: 23.06.2005    um 18:28 Uhr   
ich denke es gibt keinen vernünftigen grund sich selbst zu töten. aber was heisst vernünftig das ist auch wieder auslegungssache und jeder empfindest vernunft anders. wenn sich jemand selbst töten will dann tut er es auch ob ein anderer es will oder nicht selbst wenn man alles versucht die person davon abzuhalten. und es wird auch nicht einfacher wenn man die person kennt sondern dann wird es noch schwieriger finde ich. selbstmord ist auch nicht die perfekte lösung es ist nur ein mittel endgültig vor seinen problemen davon zulaufen und sich ihnen nicht mehr stellen zu müssen
einen schönen tag wünscht looni
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Semper Fidelis----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
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"Autor"  
Nutzer: Loonitoons
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geschrieben am: 23.06.2005    um 18:20 Uhr   
wenn sich jemand wirklich umbringen will dann findert der/die jenige auch einen weg ohne es vorher gross anzukündigen aber nicht jeder der dies in einem chat sagt spielt auch wirklich mit dem gedanken es zu tun und bringt sich wirklich um. bei manchen denke ich ist es einfach ein mittel um aufmerksamkeit zu bekommen und nicht mehr. und ich denke es gibt eigentlich keinen vernünftigen grund sich selbst zu töten. aber für manche ist ja schon eine verschmähte liebe ein grund sich zu töten
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Semper Fidelis----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
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Nutzer: mairi
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geschrieben am: 09.06.2005    um 15:55 Uhr   
Um auch noch mal das Thema aufzugreifen:

Selber habe ich noch nie an Selbstmord gedacht, zumindest nicht ernsthaft. Aber inzwischen gibt es in meinem Freundes-/Bekanntenkreis/Familie drei Fälle von Selbstmorden.
Der erste war in der Schule, 10. Klasse, ein Klassenkamarad, der nächste während des Studiums ein Freund/Bekannter und zuletzt vor ein paar Wochen mein Onkel.

Alle drei haben es vorher nicht angekündigt, auch wenn ich mir im Nachhinein natürlich Gedanken gemacht habe, ob bestimmte Aussagen/Teile von Briefen/Mails evtl. dahingehend gedeutet werden könnten, dass der Betreffende damit seinen bevorstehenden Selbstmord ankündigen wollte. Allerdings bin ich mir auch sicher, dass jemand, der sich wirklich umbringen will, das nicht vorher ankündigt. Er trifft für sich die Entscheidung, ist damit dann i.d.R. glücklicher als die ganze Zeit vorher, überlegt sich genau, wie er es macht und tuts dann ohne Vorankündigung.

Deswegen denke ich auch, dass man solchen Menschen nur sehr bedingt helfen kann, da man zwar merkt, dass es diesen Leuten irgendwie nicht so gut geht, aber man natürlich nicht zwangsweise auch davon ausgeht, dass diese einen Selbstmord planen. Und einige Zeit vor dem Selbstmord geht es den meisten, wie schon erwähnt, wieder "gut", sodass der Eindruck entsteht, die Probleme wären gelöst (was sie für den Betreffenden ja auch sind, aber auf eine andere Art und Weise als wir denken) und es bestände kein Handlungsbedarf.
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Nutzer: BlackElf
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geschrieben am: 06.06.2005    um 23:40 Uhr   
Hi...
Die Menschen in meinem Bekanntenkreis, die sich wirklich umgebracht haben, haben vorher kein Wort davon erwähnt, ja, sogar ihre Probleme und Gefühle überspielt.
Im Gegenzug davon haben auch schon viele von Selbstmord gesprochen, sich sogar schon von Brückengeländern und Tablettenschachteln wegreißen lassen. Doch von diesen ist noch jeder einzelne am Leben!
Ich möcht jetzt damit nicht sagen, dass das immer so ist, auf keinen Fall, aber doch sehr häufig. Meist wollen die Menschen, die nur "androhen" sich umzubringen und es an die große Glocke hängen (insbesondere diejenigen, die es wildfremden im Chat auf die Nase binden)nur Aufmerksamkeit.
Ich denke trotzdem nicht, dass man diesen "Hilferuf" ignorieren sollte.

Gruß,
Black
~ There's no way to Heavy Metal - Heavy Metal IS the way ~
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Nutzer: kleinemausw
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geschrieben am: 19.05.2005    um 22:05 Uhr   
hey
also ich muss dazu sgane das ich selber schon stark daran gedacht habe mich umzubringen denn es gab eine zeit da war das leben schon sehr hart
aba ich hab auch schon mit erlebt wie sich ein sehr gute freund von mir von einer brücke gestürzt hat und ich war selber dabei ich hab es gesehen und eigendlich weis ich bis heute auch noch nihct wie ich damit umgehen soll.
wennich daran denke hab ich manchmal auch selber noch das bedürfnis dazu
aba ich frage hier niemanden um seine meinung deswegeun und es gross rum erzählen wennich es wirklich mal tu? oh nein ich denke das es dann meine sache ist und dasich es dann auch alleine durch ziehe


naja das wollt ich nur dazu sagen
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Nutzer: Physiothin
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geschrieben am: 17.05.2005    um 10:47 Uhr   
Was hier schon mehrmals gesagt wurde...
Wer drüber redet, ist noch einen gewaltigen Schritt davon entfernt, sich umzubringen. Es gibt wohl kaum Leute, die jemanden lebendes kennen, der sich hat umbringen wollen. Ausnahmen sind die, bei denen was schiefgelaufen ist, oder die, die einfach noch rechtzeitig erwischt worden sind.
Wer sich umrbingen will, verschwindet einfach leise still und heimlich von der Bildfläche, und redet nicht erst groß drüber, es sei denn, er möchte gern den allseits beliebten Hilfeschrei absetzen.
Und der letzte Ort, wo man darüber redet, wenn man wirklich die Brücken hinter sich abbricht, ist ein chat.
Wenn ich so was im chat lese, erkundige ich mich höchstens nach den Gründen, meistens liegen die etwa in der gleichen Rangordnung wie ein eingerissener Fingernagel. wer wirklich Probleme hat, die groß genug für Selbstmord sind, hat genug Realleben, um sich nicht im chat sehen zu lassen, schon gar nicht für solche Gespräche.
Wenn man so was also im Chat liest, nehmt es nicht ernster, als es ist. Zuhören kann man, aber keine schlaflosen Nächte mit der angst verbringen, dass sich da jeder Zeit irgend jemand die Pulsadern aufschneiden könnte...

P.
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Nutzer: aggroberlinarin
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geschrieben am: 15.05.2005    um 16:16 Uhr   
ein freund von mir hat nach der trennung mit seiner großen liebe ernsthaft über selbstmord geredet. ich hab mich dann einfach täglich mit ihm getroffen und immer ein weiteres treffen für den nächsten tag vereinbart und irgendwie kam er darüber hinweg.

nehmt sowas auf jeden fall ernst und kümmert euch um solche leute.
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Nutzer: Seth_HH
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geschrieben am: 02.10.2002    um 15:45 Uhr   
Wers machen will solls machen. Ist doch echt egal und lohnt im Grunde nicht drüber zu debattiern.

Liebe Grüße Seth
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Nutzer: MissErdbeere
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geschrieben am: 02.10.2002    um 13:12 Uhr   
(weiss)Hallöchen gabriel!!!
Ich hab auch schon sehr oft an Selbstmord gedacht.
Mein Freund hatte mich geschlagen,einmal als ich noch mit ihm zusammen war,und das andre mal weil ich mit ihm reden wollte.
Das letzte mal als er mich geschlagen hatte,war es nicht so wie immer,er hat mir meine nase blutig "geboxt" und mir ein feilchen verpasst.Nachdem ich dann zu der polizei gegangen bin und ihn angezeigt hab,haben es seine Freunde mitbekommen,...Sie wollten mich wieder fertig machen ,....
Meine Cousins haben auf mich aufgepasst,ich kam mir vor wie sonst was.
Doch trotzdem haben sie mich erwischt,und mir gings danach ziemlich dreckig.
Ich wollte einfach nicht mehr leben.Nachdem das passiert war,dachte ich wirklich das mein "leben" für den dreck ist.
Und ich habe ernsthaft über Selbstmord nachgedacht...
Aber andrer seits hab ich mir auch weder gedacht,was es mir bringen würde mich jetzt umzubringen,ich hab mir gedacht das ich mir damit auch kein gefallen tun würde,und erstrecht wegen meiner familie.
Ich habe drüber nachgedacht wie schön das leben noch sein kann,obwohl es mir zu diesem zeitpunk dreckig ging.
Ich hab mir von tag zu tag eingredet das ich noch viel zu jung bin um zu sterben!!
Und nachdem mich meine cousins wieder aufgebaut haben,geht es mir jetzt besser,und ich könnte mir nicht "vorstellen" nocheinmal über dieses thema nach zudenken ....
Das war es jetzt von mir,bitte denkt nicht das ich mir das ausgedacht hab ...

Liebe Grüße(/weiss)

datErdBeerchen
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Nutzer: LiebeLisa
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geschrieben am: 30.09.2002    um 20:37 Uhr   
Nun, Sarek, es ist die einzige Form, die ich nachvollziehen kann. Und natürlich hoffe ich, dass es nie geschieht, dennoch ist genau das eine Sache, wo die Vorbereitungen voher getroffen werden müssen, sonst könnte es zu spät sein.

Zu den "anderen Fällen" ...

Wer sich natürlich vergräbt und kaum noch Kontakt zu anderen Menschen pflegt, weil er/sie Suizidgedanken hat, dem ist natürlich schwer zu helfen. Bei den anderen, die es irgendwann mal andeuten, schon eher. In beiden Fällen sollte aber für die Umgebung gelten, dass sie nicht nur darauf warten, dass diese Person auf sie zukommt und sich ausschüttet. Nicht nur Angebote, nicht nur Zuhörenwollen, sondern dann muss man aktiv auf diesen Menschen zugehen. Sollte es "nur" nicht ernstgemeint sein, so vergibt man sich überhaupt nichts. Sollte es doch ernst gemeint sein, so haben viele dieser Menschen nicht mehr die Kraft bzw. das Interesse, von sich aus noch auf andere Menschen zuzugehen. Hier muss die Umgebung aktiv werden. Das ist nicht immer einfach ... es gibt eine gewisse Hemmschwelle, und es ist oft sogar mit Ablehnung zu rechnen.

Dennoch: Man muss aktiv eingreifen, sich quasi "aufdrängen", notfalls sich völlig unbeliebt machen, sogar eine Ohrfeige kann manchmal sinnvoll sein.

So blöd es sich anhört ... und es ersetzt sicher nicht lange Diskussionen bzw. eine Therapie ... bei akuten Fällen kann es sinvoll sein, die Depressionen (nichts anderes ist es ja) in etwas ähnliches wie Wut und Agression umzuwamdeln, auch wenn man dadurch in die Schusslinie kommt, es ist besser, als einen Menschen zu verlieren.

Das kann aber nur ein Anfang sein, und es ist sehr schwer, festzustellen, wo diese Methode eher hilft und wo sie eher schadet. Unbestritten kann es auch schaden, genauso kann es manchmal der einzige Weg sein, der die konkrete Ausführung verhindert.


Lisa
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Nutzer: Wolfsreiter
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geschrieben am: 29.09.2002    um 13:26 Uhr   
mh,
ich kann nur sagen das ich selber schon selbstmord gedanken hatte, ich hab mir die pulsadern aufgeritzt und bin daran beinahe gestorben.
im moment bin ich zufrieden, aber diese gedanken sind da, und wenn sie wiederkommen kann ich nicht sagen was dann passiert.

Es ist schwer jemandem wie mir zu helfen.
oft provuziert die 'helfende hand' nur...

irgendwann wir das ritzen zu einer sucht di nicht mehr zu stoppen ist,
ich kann nur jedem raten dies zu unterlassen...

die narben die äuserlich bleiben sind bei weitem nicht so schlimm wie die seelischen...
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Nutzer: DingensBumens
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geschrieben am: 28.09.2002    um 18:41 Uhr   
Ich wollte mich auch mal hier zu wort melden...

Ich gehöre zu einer Gruppe an meiner Schule die es sich zur Aufgabe gemacht hat depressiven Menschen zu helfen.
Wir versuchen diesen menschen meistens zuzuhören...

Oft sind es wirklich nicht ernsthafte Suizid-Absichten, sonden die hoffnung auf Verstehen und Anerkennung der eigenen Persönlichkeit. Aber ich würde solche Fälle trotzdem ersnt nehŽmen, weil ich es als meine Pflicht erachte solchen Menschen zu helfen. Auch wenn es Leute gibt für die das nur ein Spass ist, ich könnte mir nicht verzeihen einen menschen abgewiese zu haben, der meine hilfe wirklich benötigt hätte

Dingens
Niemand darf mir glauben, wenn ich lache oder weine,
Niemand darf von Zukunft reden, denn ich sehe wirklich keine,
Nur wenn ich die Augen schließe geh' ich jedesmal zu weit:
Es ist nur eine Frage des Momentes und der Zeit.
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Nutzer: GhostWriter
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geschrieben am: 28.09.2002    um 06:22 Uhr   
Hi Leutz,

ich hab mir das heute mal durchgelesen und ich muß sagen, die Einstellung mancher find ich schlechthin zum Kotz...

Ich hab mich anfangs dieser Woche ernsthaft selbst mit diesen Gedanken befasst. Und wenn ich die Einstellung mancher Leute lese, kann ich daraus nur Ignoranz undSelbstherrlichkeit entnehmen. Haben sich solche Typen schon mal gefragt was sie machen würden wenn sie mit einem Schlag ALLes verlieren? Arbeit, Haus Frau (oder Freundin)??? Wahrscheinlich nicht. Aber solche Leute gibt es, die alles verloren haben. und die wollen im Chat ihren Suizid bestimmt nicht nur ankündigen sondern suchen einfach nur Hilfe im Gespräch!!! Und jeder, der sowas schon mal durch hat wird wissen wie wichtig da ein Gesprächspartner ist, und sei es nur im Chat. Selbst sowas kann schon viel aufbauen.

Aber allen Suizidgefährtetenden Menschen will ich nur eins sagen.... Ich habŽs in dieser Woche wieder gelernt...Nix ist schöner als das Leben. Nix ist wichtiger wie das eigene Leben. Es gibt IMMER ein Morgen, egal was kommt. Kopf hoch und lacht diese beschissene Welt einfach aus, zeigt es allen das IHR stärker seit. ich lebe auch noch und in Gedanken bin ich bei EUCH!!!!


Cu GW
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Nutzer: LiebeLisa
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geschrieben am: 27.09.2002    um 20:16 Uhr   
Doch, ich denke, das können wir hier. Das von mir genannte ist eine persönliche Entscheidung, dass ich einfach nicht als geistlose Idiotin enden will. Es hat nichts damit zu tun, dass ich Suizid aus anderen Gründen befürworte und ist eine rationale, persönliche Entscheidung zum Recht, das Ende selbst zu bestimmen. Im weitesten Sinne denke ich auch, dass Depressionen, persönliche Probleme und vieles andere, was bisher angesprochen wurde, gelöst werden können und eben keine Grund zum Suizid sind. Ich wollte nur die Pauschaliereung, Suizid wäre immer falsch, etwas differnzieren. Ich weiß sehr wohl, dass auch geistige und körperliche Mängel ein glückliches leben möglich machen. Abes es ist mein persönliches Recht, dass im Falle einer geistigen Verwirrung für mich abzulehnen. Ich möchte bewusst oder garnicht leben. Ich wollte nur andeuten, dass auch das Thema Suizid differenziert gesehen werden kann.


Lisa
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Nutzer: gralle
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geschrieben am: 27.09.2002    um 14:34 Uhr   
@LiebeLisa
Warum sagt du das?????
Wir zwei kommen nicht auf einen Konsens,oder?!

gralle
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Nutzer: LiebeLisa
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geschrieben am: 26.09.2002    um 18:43 Uhr   
Es gibt auch nachvollziehbare Gründe für Suizid. Ich persönlich habe meinen bereits fest geplant und auch die notwendigen Vorbereitungen getroffen und Mittel griffbereit, damit es dann auch wirklich "klappt". Diese Gründe haben aber nichts mit denen zu tun, die ich bisher hier las. Es geht mir einfach darum, bewusst abzutreten, bevor ich geistig abbaue. Irgendwann wird es wahrscheinlich so sein, dass die geistigen Fähigkeiten zurückgehen, ich habe mich entschieden, nicht als tatternde, verwirrte Greisin zu enden, die nur noch auf die (gern erwiesene?) Hilfe von Pflegekräften und Angehörige angwewiesen sein wird. Ob das mit 60, 70 oder noch später passiert, ist mir natürlich nicht klar, und ich hoffe, den "richtigen" Zeitpunkt treffen zu können, das ist sicher schwierig, aber ... ich werde es versuchen.


Lisa
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"Autor"  
Nutzer: DieSweetie
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geschrieben am: 26.09.2002    um 18:24 Uhr   
Also, erstmal die letzten zehn Beiträge gehören nicht zum Thema "Selbstmord"..
Dann möcht ich gern sagen, dass ich selbst in diesem sogenannten "kritischen Teeniealter" bin. Fast jeden Abend werde ich zum Thema Selbstmord herbeigezogen. Erst letzt kam die erschreckende Nachricht in meinem Stammchannel geschlittert, dass sich eine Stammchatterin umgebracht habe.. Ob das die Wahrheit ist, weiß ich bis heut noch nicht. Jedoch hab ich das Girl seit dem nicht wieder gesehen. Angeblich soll die sich mit Tabletten umgebracht haben.
japs, dass is eigendlich alles, was ich zum Thema sagen kann.
Mfg Sweeddy
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Nutzer: Boxenluder83
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geschrieben am: 24.09.2002    um 11:59 Uhr   
Ich äußer mich mal so, wir sind Jugendliche, das Leben ist eine Achterbahnfahrt mit vielen höhen und tiefen. Wenn man mal ein sehr sehr tiefes Tief errichthat, kann es schnell passieren das man die Hoffnung verliert und man nicht mehr weiß was man machen kann. Man fühlt sich wertlos und einsam. Man glaubt man wird nicht verstanden und man will nicht länger alleine sein und man will verstanden werden, aber es interessiert anscheinend keinen. Keiner spürt den Schmerz der in einem vorgeht, keiner kann verstehen was einen dazu bewegt sein Leben beenden zu wollen. Wenn man nicht die innerliche Stärke hat dann fällt man immer wieder in dieses Loch! Ich habe drei mal versucht mir das Leben zu nehmen, das ist jetzt knapp 4 Jahre her und nun würde ich es wegen der Einsamkeit nicht mehr machten. Gerade in meinem Freundeskreis war Selbstmord immer ein ziemlich großes Thema. Es gab Freunde die keine Zuckunft sahen, die nicht wussten was sie machen sollten und wollten sich umbringen. Andere trauerten in sich hinein und vielen ind Depressionen. Doch bis jetzt hat sich keiner meiner Freunde wirklich was angetan, alle haben diesen Gedanken bekämpft und es geschafft ein Leben aufzubauen das ihnen alles was sie wollen bieten kann. Ich schätze das jeder einmal an Selbstmord gedacht hat und jeder mal keinen anderen Ausweg gefunden hatte als seinem eigenem Leben ein Ende zu setzen, aber wenn sie sich umbringen oder sich vor der Realität verschließen wissen sie nicht was ihnen entgeht, denn das ist eine menge. Gerade bei anfälligen Leuten muss man sehr vorsichtig sein. Das haben auch meine Freunde bei mir gemerkt. Sie würden nichts tun um mich zu verletzen aber sie sagen mir trotz alle dem die Wahrheit. Nur weil ich Suizidgefährdet bin (ist das nicht irgendwie jeder) drücken sie kein Auge zu und ich musste lernen mit ihnen so umzugehen das sie mich und ich sie verstehe. Aber mir selbst noch mal versuchen das Leben zu nehmen würde ich nicht mehr machen. Es gibt zu viele Menschen in meinem Leben die mir zu wichtig sind und die ich nicht verletzen möchte. Vorallem meine Family und meine Freunde. Auch wenn ich gerade wieder in einem Tief stecke aus dem ich nicht so leicht raus komme weiß ich das ein neues Hoch auf mich wartet und wie ich schon sagte das Leben ist eine Achterbahn mann mus nur einsteigen und sich leiten lassen und ab und zu auch mal ein bisschen was tun um an sein Ziel zu geraten. In diesem Sinne
Boxenluder83
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Nutzer: NickOhneNamen
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geschrieben am: 23.09.2002    um 01:19 Uhr   
meine Erfahrung: Leute die es wirklich tun wollen, kündigen es nicht vorher an... die meisten drohen damit um ein Siganl zu setzen, Aufmerksamkeit zu bekommen oder auf ein Problem hinzuweisen, sozusagen : " Mir gehts nicht gut hilf mir bitte...."
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Nutzer: GabrielX
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geschrieben am: 23.09.2002    um 00:03 Uhr   
ich möchte auf den punkt zu sprechen kommen wo es(wiederholt hier aufgetretten) um die geht,die absichtlich ihre ankündigung machen und irgendwie sich dadurch aufmerksamkeit verschaffen wollen.ich finde trotz der tatsache das das etwas ist,was hier wiederholt als scheiße klassifiziert wurde,ich mit gemischten gefühlen gegenüber stehe!

ich denke nicht das solche menschen es nur aus aufmerksamkeitsgründen tun,ich meine die überlegung..."was muss geschehen das ein mensch verzweifelt genug ist soetwas im chat zu sagen"ist wohl ebenso eine frage.

und wird dieses ignorieren als solches,dann nicht ebenfalss ein katalysator dafür ,das diesem menschen sugeriert wird,das es wirklich egal ist was es sagt und tut?

alle beiträge die ich hier las hatten sehr viel wahrheit in sich gebündelt,und bei kaum einen konnte ich meiner meinung nach ein"falsch2 andeuten.

aber denoch fehlt mir die menschlichkeit,die emotionen die mit soetwas verbunden sind.mir ist schon klar das das utopie ist,aber es wurde viel analysiert,und gründe vorgebracht.aber über das gefühl dieser verzweiflung wurde wenig gesagt.

ganz gleich wie sehr es vielleicht auch lächerlich wirken mag,komme ich selbst nicht umhin einen menschen der so etwas andeutet zu fragen "wieso"?
und oft werde ich mit einer hoffnungslosigkeit konfrontiert,die mir ein teil dieser gedankenwelt offenbart.
wenn man ehrlich zu sich selbst ist,gab es doch in jedem von uns ein moment,wo etwas so dermaßen weh tat,das dieser gedanke seinem leben ein ende zu setzen kam.

und sei es auch nur ein winziger moment der das bewirkte,in meinem freundeskreis gab es zwei menschen,die fest im leben standen,keinerlei depressionen in irgendeiner art zu sehen war....und doch....nahmen sie sich in einem moment der verzweiflung das leben.

und auch ich war versucht jenes mal zu tun!ein einzelner moment,der uns so überfordert das man nicht mehr weiß was man tut.

nein!

es bleibt für mich bei jedem der es auch nur andeutet,oder ich es vermute,ein kleines stück verantwortung übrig!die frage,ob ich in dem moment einfach zu sehr ignoriert habe.

es ist letzlich die entscheidung die jeder selbst trifft...
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"Autor"  
Nutzer: aura
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geschrieben am: 22.09.2002    um 23:47 Uhr   
Hallo GabrielX,

ich komme deiner Bitte nach "meinen Senf abzulassen",
und sah mir das Thema an,
und denke, dass ich lieber Nichts sage.
Erfahrungen: ja, Gedanken: ja, warum: das auch ja.
und die letzte Entscheidung,
die liegt doch schliesslich bei jedem selbst.



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"Autor"  
Nutzer: deelicious
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geschrieben am: 21.09.2002    um 17:44 Uhr   
Biologische Theorie

Diese Theorie beruht hauptsächlich auf Untersuchungen von Familienstammbäumen. Die Forscher fanden wiederholt höhere Raten suizidalen Verhaltens bei nahen Verwandten suizidaler Menschen als bei nichtsuizidalen Menschen. Dies legt die Vermutung nahe, daß genetische und somit biologische Faktoren hier eine Rolle spielen.
Natürlich könnte man diese Befunde auch nicht-biologisch interpretieren. Eine rein biologische Schlußfolgerung ist vermutlich unangemessen, aber in den letzten Jahren lieferten verschiedene Laboruntersuchungen Belege für eine biologisch orientierte Auffassung des Suizids.
Vor allem ein niedriger Serotoninspiegel (Neurotransmitter) wird für aggressive Gefühle und impulsives Handeln verantwortlich gemacht. Bei klinisch depressiven Menschen kann eine niedrige Serotoninaktivität aggressive und impulsive Handlungen auslösen, die besonders anfällig für suizidales Denken und Handeln machen.
Eine Studie, die 1976 von Marie Asberg und Mitarbeitern durchgeführt wurde, zeigt, daß die 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA) im Gehirn bei depressiven Menschen meist erhöht ist. Dies läßt vermuten, daß der Serotoninspiegel niedrig ist, da 5-HIAA ein Nebenprodukt des Serotonins ist. Dies läßt den Schluß zu, daß Menschen mit niedrigem Serotoninspiegel mehr suizidgefährdet sind als andere. Außerdem unternehmen Personen mit niedrigem 5-HIAA-Spiegel mit zehn mal größerer Wahrscheinlichkeit einen erneuten (erfolgreichen) Suizidversuch, wenn ihr erster nicht geklappt hat, als suizidale Menschen mit hohem 5-HIAA-Spiegel.
Bei einer Untersuchung stellte man fest, daß hohe oder niedrige Serotoninaktivität, Depression und Suizid nicht unbedingt zusammenhängen müssen. Man fand bei Menschen, die nicht depressiv waren, aber einen Suizid versucht hatten, eine ungewöhnlich niedrige Konzentration von 5-HIAA.

Die meisten Forscher sind sich jedoch einig, daß ein niedriger Serotoninspiegel aggressives Verhalten und impulsives Handeln fördert. Dies wiederum macht tendenziell anfälliger für Suizidgedanken und Suizidhandlungen.
(vgl. Comer, 1995, S. 378f)

Allgemein gesehen, können Suizidhandlungen weder rein biologisch, noch rein medizinisch oder psychologisch betrachtet und interpretiert werden. Vielmehr sind wahrscheinlich viele komplexe Zusammenhänge verantwortlich für dieses Phänomen, die miteinander verknüpft werden müssen.


(Ausloesefaktoren und Motive fuer Suizid; URL auf Anfrage erhaeltlich)

Ja, mir war bewusst, dass nach dem persoenlichen Erfahrungsschatz gefragt wurde. Mein Wissen im Umgang mitsuizidgefaerdeten Personen ist jedoch recht gering, so dass ich mich lieber an Wissen, als am zusammengewuerfelten (aufrgrund fehlender Erfahrung) Halbwissen orientiere.

Jemand, der mir sehr nahe steht, wollte sich einmal aufgrund von Liebeskummer das Leben nehmen. Das schwierige im Umgang ist dann, dass man trotz allen Verstaendnisses nur dann etwas erreicht, wenn der Gedanke an den Freitod noch nicht so manifestiert ist - es also noch die Moeglichkeit zur Umkehrung gibt. Dies ist jedoch nur oeglich, wenn es fruehzeitig erkannt wird. Wenn es, wie gerade im Beispielt Liebeskummer, spontan auftritt, ist Praevention so gut wie unmoeglich (wie gesagt, unter der Voraussetzung, dass der Gedanke sich bereits manifestiert hat).

Das verursacht ein extremes Gefuehl von Hilflosigkeit, was es wohl auch interessant machen wuerde, ueber die Folgen von Betroffenen Angehoerigen zu sprechen.

Aber, wie gesagt, mein pers. Erfahrungsschatz ist zu gering, um mich alleine aufgrund dessen kompetent aeussern zu koennen.

d:licious
[DFdNC]

Geändert am 21.09.2002 um 17:44 Uhr von deelicious
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"Autor"  
Nutzer: deelicious
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geschrieben am: 21.09.2002    um 17:34 Uhr   
¬ Anomische Suizide: (anomisch = gesetzlos)
Diese Art von Suizid begehen Menschen, die keine stabilen Strukturen in ihrer Umgebung finden. Dieser Zustand verhindert, daß diese Personen ein Gefühl der Zugehörigkeit entwickeln können, ihnen fehlt die Unterstützung und der Sinn. Auch eine tiefgreifende persönliche Veränderung in der näheren Umgebung einer Person kann zu einem anomischen Suizid führen. Beispielsweise können Menschen, die plötzlich einen größeren Geldbetrag erben, eine Phase der Anomie durchmachen, da ihr soziales, wirtschaftliches und berufliches Beziehungsgeflecht gestört wird, bzw. sich umstrukturiert.

Durkheims Suizidtheorie betrachtet die sozialen und gesellschaftlichen Dimensionen, diese werden von Klinikern manchmal übersehen.
Andererseits kann auch diese Theorie nicht erklären, warum manche Menschen, die sich in einer der hier beschriebenen Situationen befinden, sich das Leben nehmen, die meisten anderen aber nicht. Durkheim erklärt dies durch die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen und individuellen Faktoren.

Lerntheorie

Dieser Theorie zufolge sind Suizidhandlungen erlernte Verhaltensweisen. Depressionen sind beispielsweise Verhaltensweisen, die (z.B. durch Beobachtung) erlernt wurden, mit denen der Mensch seine Hilflosigkeit ausdrücken will. Ein bestimmtes Verhalten wird in das eigene Repertoir übernommen.
Die Erfahrung beweist, daß Suizidanden oft schon bestimmte Suizidmethoden und -fälle im Bekannten- oder Verwandtenkreis erlebt haben. Die Symptome einer Depression sind also die Voraussetzung dieser psychischen Störung und nicht etwa ihre Folge. Depressive Situationen werden von Suizidgefährdeten herausgefordert, solche Menschen nehmen ihre Umwelt oft nur in ganz bestimmten Stücken wahr und sehen die Gesamtheit nicht mehr.
Wenn aber etwas erlernt wurde, dann kann es theoretisch auch wieder rückgängig gemacht werden.
(vgl. Käsler/Nikodem, 1996, S. 65ff und Haenel, 1989, S. 91)

Depression und Tendenz zum Suizid werden daher nicht als Krankheit oder Symptom einer Krankheit interpretiert, sondern als erlerntes Verhalten, das man korrigieren muß.

Kommunikationstheorie

Diese Theorie geht auf Bernhard Mitterauer zurück. Mitterauer stellte folgende Hypothese auf:
,,Im Selbstmordversuch manipuliert der Patient nicht bewußt oder (und) bewußt seine mitmenschliche Umgebung in ein Zuwendungsverhalten, beim Selbstmord hingegen in ein Abwendungsverhalten."(Mitterauer nach Haenel, 1989, S. 92). Die Gesellschaft mit ihrem Beziehungsgefüge bedeutet einem typischen Suizidanden kurz vor seinem Suizid nichts mehr. Er möchte in dieser Situation dann keine Hilfe von außen mehr annehmen. Ein Suizidversucher dagegen versucht Beziehungen aufrecht zu erhalten. Der Suizidversuch ist dann als Hilfeschrei zu werten.
Beiden Verhaltensweisen liegt eine Veränderung der Person zu Grunde. Es kann eine positive Veränderung stattfinden, bei der die Umwelt den Suizidanden als sehr ausgeglichen erlebt und nicht auf die Idee kommt, daß sie es mit einer suizidgefährdeten Person zu tun hat. Es kann aber auch sein, daß ein Gefährdeter seine Umwelt mit seinen Suizidgedanken so zermürbt und überbeansprucht, daß im wirklichen Ernstfall niemand mehr reagiert.
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Nutzer: deelicious
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geschrieben am: 21.09.2002    um 17:33 Uhr   
Narzißmustheorie

In der griechischen Mythologie verliebt sich ein schöner junger Mann, Narziß, in sein eigenes Spiegelbild. Siegmund Freud griff 1914 diesen Begriff (Narziß) auf.
Auch diese Theorie hat einen psychoanalytischen Ansatz. In neuerer Zeit beschäftigte sich vor allem Henseler mit dieser Theorie.
Henseler geht davon aus, daß jeder Mensch eine Vorstellung der Realität hat, die er als eine Art Idealvorstellung ansieht. Bei suizidgefährdeten Menschen ist das narzißtische Gleichgewicht zwischen dieser Idealvorstellung und der Realität gestört. Das Selbstwertgefühl einer Person kann durch negative Erlebnisse und Erfahrungen (z.B. im Beruf, in der Familie oder einer Partnerbeziehung) so empfindlich gestört und/oder gekränkt werden, daß als einziger Ausweg der Suizid erscheint. Diesen Personen ist es nicht mehr möglich, ihr eigenes Ich und ihre Umwelt narzißtisch zu besetzten und sie sind daher schon bei der kleinsten Kränkung in ihrem Selbstwertgefühl verletzt und am Boden zerstört.
(Haenel, 1989, S. 90)
Viele suizidale Menschen haben eine schwierige Kindheit hinter sich, haben eine sogenannte ,,Broken-home-Situation" erlebt. Unter einer äußeren Broken-home-Situation wird zum Beispiel eine Scheidung der Eltern verstanden, der Tod eines Elternteils oder beider. Unter der inneren Broken-home-Situation versteht man eine beeinträchtigte Kindheit dadurch, daß sich das Selbst des Kindes nur ungenügend entwickeln konnte, beispielsweise weil das Kind einengend und lieblos erzogen wurde. Die Familie ist nach außen hin durchaus intakt, aber die Eltern nehmen sich beispielsweise keine Zeit für ihre Kinder, die Kinder sind also ,,Waisenkinder mit Vater und Mutter". Den Kindern fehlt später die Erfahrung einer liebevollen Familie, die sie umsorgt und von der sie Liebe und Zuneigung erhalten. Sie können dann Größenvorstellungen entwickeln, die der Realität nicht standhalten. Dadurch werden die Betroffenen depressiv und verzweifelt, sie finden keinen Ausweg mehr und neigen zum Suizid. Viele suizidale Personen haben die Vorstellung, nach dem Suizid noch am Leben teilhaben zu können. Dies entspricht der Persönlichkeit der Personen: Größenideen und Idealvorstellungen sind für narzißtisch gestörte Menschen typisch; während der Suizidhandlung stellt sich das so dar, daß sich diese Menschen als Herr über Leben und Tod fühlen.

"Suizidhandlungen sind fast immer als Reaktionen selbstunsicherer Menschen auf Kränkungen zu verstehen, die durch Verleugnung und Idealisierung nicht mehr zu kompensieren waren", so Henseler in Haenel , 1989, S. 90.

Soziologische Theorie

Diese Theorie geht auf Emil Durkheim zurück. Durkheim bezeichnet den Selbstmord als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse (1897). Durkheims Theorie war jahrelang die meist zitierte und erforschte. Auch heute noch ist sie einflußreich.
Durkheim ging davon aus, daß soziale Einbettung in die Gesellschaft, in der ein Mensch lebt, wichtig für ihn ist. Die Wahrscheinlichkeit eines Suizids wird somit dadurch bestimmt , wie stark eine Person in diese sozialen Institutionen (beispielsweise Familie, Kirche und Gemeinde) integriert ist. Je mehr sich ein Mensch zugehörig fühlt, desto geringer ist das Suizidrisiko bei dieser Person. Allerdings wirkt eine zu starke Bindung an eine Gruppe wiederum suizidfördernd.
(vgl. Haenel, 1989, S. 90f)

Nach Durkheim gibt es drei Suizidkategorien:
¬ Egoistische Suizide: (egoistisch = ichsüchtig, selbstsüchtig)
Die Großfamilie existiert weitestgehend nicht mehr in unserer Gesellschaft. Kinder sind oft Einzelkinder, die nicht lernen, was es bedeutet, Geschwister zu haben, mit ihnen Konflikte auszutragen oder auch zu Teilen. Moderne Medien sind die Babysitter der heutigen Zeit. All dies trägt dazu bei, daß eine Entfremdung stattfindet. Die Gesellschaft hat wenig oder sogar gar keine Kontrolle über diese Menschen. Sie sind keinen gesellschaftlichen Regeln oder Normen unterworfen und somit auch nicht in das gesellschaftliche Beziehungsnetz integriert. Es herrscht ein Mangel an Gemeinschaftssinn. Durkheim zufolge kommt diese Art von Suizid vor allem bei Menschen vor, die isoliert, entfremdet und nichtreligiös sind.
¬ Altruistische Suizide: (altruistisch = selbstlos)
Diese Art von Suizid betrifft Menschen, die besonders gut in die Sozialstruktur integriert sind. Sie opfern sich bewußt für das Wohlergehen der Gesellschaft. Beispiele hierfür sind Soldaten, die sich über eine scharfe Granate werfen, um andere zu retten, japanische Kamikaze-Piloten oder auch buddhistische Mönche und Nonnen, die mit Selbstverbrennung gegen den Vietnamkrieg protestierten.
Ebenso kann (im Gegensatz zum egoistischen Suizid) die Familie eine Person so sehr einengen, daß es zu einem Suizid führt. Ein eigenständiges Ich konnte dann nicht entwickelt werden.
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