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Nutzer: Krapfengesicht
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geschrieben am: 10.12.2001    um 22:37 Uhr   
8.10. von sailervenus
Braucht Realität einen Wahrnehmenden, oder existiert die Realität außerhalb von uns, eine dritte Realität? Was hätte Realität für einen Sinn wenn sie nicht wahrgenommen werden würde?

Dann ist es keine Realität, wir machen unsere Realitäten selber, sicherlich gibt es Realitäten, die für den "Normal-Bürger" nicht vorstellbar ist, vorallem was manche Denkstrukturen betrifft, doch für irgend jemand ist es eben Realität, sie "existiert", wobei kann man bei Realität von Existenz sprechen oder ist alles nur Einbildung?

Dazu fällt mir ein Spruch ein: "Wenn im Wald ein Baum umfällt, gibt es dann einen Ton, wenn niemand da ist ihn zu hören?" (kurz von den Simpsons entliehen *gg*)

Jedoch müsste, oder besser vielleicht könnte, dann etwas anderes existieren, ich denke das meintest du mit einer "dritten" Realität... Das was manche vielleicht als Gott bezeichnen würden? Wenn wir diese andere Existenz, ausserhalb unserer Realitäten jedoch "kennen" würden, würde sie dann nicht schnell zur Realität werden? Und wenn sie zur Realität werden würde.. gäbe es dann eine vierte Realität?

Vielleicht gibt es etwas jenseits unserer Realitätstunnel- jedoch ist wohl unser Gehirn (noch!) nicht in der Lage dies zu begreifen, dafür werden wir noch viele Stufen der Evolution hinaufsteigen müssen.

sailervenus
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Nutzer: Krapfengesicht
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geschrieben am: 10.12.2001    um 22:36 Uhr   
Sailervenus am 8.10.
@trance: Ich denke du hast recht, wenn du von Innerer und Äusserer Realität sprichst; ich für mich denke, dass beide zusammenhängen, ohne die innere Realität kann die äussere nicht existieren bzw. entstehen und ohne die äussere kann die Innere nicht existieren.

Ob es eine wirkliche objektive Realität gibt? Ich denke nicht- wer sollte diese erschaffen haben? Gott? Der gottesfürchtige würde vielleicht nun des Wahnsinns sein und mit ja antworten, doch dann könnte man ihm die Frage stellen: ist Gott in der Lage objektiv zu sein?

Genauer ausgedrückt: Unsere innere Realität wird durch die äussere beeinflusst, schliesslich entsteht die innere Realität teilweise durch Sinneseindrücke von aussen, nunja, jenachdem wie wir diese umsetzen, entsteht unsere innere Realität, da sie jeder domestizierter Primat anders umsetzt, entstehen eben verschiedene Realitätstunnel.

Natürlich handeln wir entsprechend unseres Realitätstunnel, was wiederum dazu führt, daß diese Handlungen die äussere Realität beeinflusst/kreiert, d.h. wieder andere Realitätstunnel beeinflusst.
Wollen wir uns einmal ein Beispiel betrachten, wie in meinem vorherigen Beitrag, sprach ich kurz über die Realität eines Mörders; meiner Meinung nach wird ein Mensch durch sein Umfeld, möglicherweise auch durch gewisse Gene oder dem Fehlen derselbigen, zu einem Mörder, Psychopathen, wie auch immer.

Sprich wie er, bzw. wir alle, von unseren Eltern aufgezogen worden sind, dementsprechend wird auch unser Realitätstunnel geprägt sein, schliesslich wird die wichtigste Prägung unseres Gehirns von unseren Eltern "übermittelt". Die Eltern wiederum erziehen nach ihren Realitätstunnel, ihrem Weltbild, also die innere Realität der Eltern wird zur Realität des Kindes, deren Handlungen teilweise zu dessen äusseren Realität. (Natürlich gibt es noch wichtige andere Faktoren, aber lassen wir diese für den Augenblick beiseite.)

Der Mensch, in diesem Fall ein zukünftiger Mörder, entwickelt sich also. Irgendwann bringt er eben jemand um, nehmen wir an diese Tat erscheint in den Medien, wir nehmen sie wahr, jedoch nicht als innere Realität sondern als äussere, jedoch die Art und Weise z.b. des Medienberichtes beeinflusst uns, wir sind "entsetzt", fordern vielleicht härtere Strafen, Prevention.. Das führt z.b. zu einer Änderung eines Gesetzes, unsere äussere Realität verändert sich usw.

Die äusseren Realitäten beeinflussen uns- hat sich schon mal jemand gefragt was wäre, wenn die Medien anders über einen Mord berichten würden? Ich meine nicht von heute auf morgen, nehmen wir den Beginn der Menschheit, wenn von Anfang an gesagt würde, Mord sei unter gewissen Umständen in Ordnung, wäre dies dann mittlerweile unsere Realität?!

Wir würden sie gar nicht in Frage stellen, denn diese Prägung wäre genauso tief verwurzelt wie die jetzige! Warum die jetzige so ist wie sie ist hat sicherlich u.a. mit Religionen zu tun, nehmen wir an, unsere Religion, bzw. die vorherschende, würde sagen, Gott befürwortet Mord (natürlich nur im gewissen Rahmen, sonst würden wir schnell aussterben *gg), würden wir das so übernehmen bzw. vor langer Zeit übernommen haben, so es wäre unsere Realität! (Schliesslich spielten die Religionen früher eine viel grössere Rolle als heutzutage, sprich eigentlich gab die Kirche das Weltbild vor)

Das führt natürlich zu der Frage, ob wir eine Religion, und damit oft ein Weltbild verurteilen können, nur weil es nicht unseres ist? Wären wir anders aufgewachsen.. Nunja, wir könnten das noch weiter ausführen, das ginge jedoch zu weit.. Ausserdem ist das wichtigste Ziel der menschlichen Spezies der Fortbestand, die Grundlage unserer Gene, von dem her ist wohl Mord wider unserer Natur, also ein genetischer Deffekt? Oder nur jemand der sich über den äusseren Realitätstunnel hinweggehoben hat? Ich bin keine Philosophin oder Gelehrte, deshalb denke ich, kann ich nicht seitenweise darüber philosophieren, vor allem, da egal welches Ergebnis, es eh sinnlos wäre..

Jedoch ist manches eine Überlegung wert, vor allem um uns aus unserer Lethargie, dem Hinnehmen aller Dinge hinauszureißen. Sich in andere Realitätstunnel hineinzuversetzen, bewirkt, dass der eigene "augelockert" wird, er wird erweitert. Dies ist sicherlich der erste Schritt um geistige Evolution stattfinden zu lassen um uns zu neuen Höhen aufzuschwingen!

Per aspera ad astra- mit Härte zu den Sternen!!!
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geschrieben am: 10.12.2001    um 22:35 Uhr   
Trancerapid am 7.8.
Endlich mal eine Diskussion über ein inzwischen sehr relevantes Thema. Die Realität-Virtualität-Diskussion ist ja meines Erachtens mehr als fällig, insbesondere für einige regelmässige BesucherInnen des BS. Aber wie auch immer.

Ich möchte gerne in die Diskussion einsteigen und versuche ebenfalls zunächst eine Definition des Terminus Realität vorzunehmen, ohne die diese Diskussion nicht inhaltlich begrenzt werden kann.

Realität (lateinisch: realitas = die Dinglichkeit), oder Wirklichkeit, das Vorhandensein in der Außenwelt (=objektive oder empirische Realität) oder in der Vorstellung und den Gedanken (=subjektive oder ideale Realität).
Interessant ist auch die Abstammung:
Realität von "res" (Lat. = Ding)
Wirklichkeit von "wirken"
Hier liegt ein Unterschied in der Blick- und Erlebensrichtung vor.
Immanuel Kant sieht in der Realität sogar eine Kategorie der Qualität.

Wir können also von einer inneren und einer äußeren Realität sprechen; die Realität in den Gedanken und die Realität in der Welt. Sind nun beide von unserer Wahrnehmung abhängig oder gibt es eine objektive Realität, die ohne unser Zutun aus sich heraus existiert. Oder existiert die objektivierte Realität nur deswegen, weil wir sie subjektiviert betrachten und uns auf der Metaebene als Subjekte von den Objekten der Außenwelt distanzieren müssen, damit wir uns als Subjekte wahrnehmen können? Damit machten wir nämlich das Wahrgenommene wieder zum Objekt. Wie seht ihr das?

Wenn ich von Realität schreibe, geht es mir vorallem auch darum, die Parameter festzulegen, die etwas real machen. Reicht es schon, wenn etwas wahrgenommen wird?. Braucht Realität einen Wahrnehmenden? oder existiert Realität außerhalb von uns. Gibt es -neben der Realität, die wir wahrnehmen- noch eine (dritte) Realität?
Soviel für den Augenblick.
derTrancerapid
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