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geschrieben am: 07.08.2007 um 17:51 Uhr
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So, meine liebe Paris, dann mach ich "unqualifizierter Typ" mal den Anfang.
Richtig, es ist das 21. Jahrhundert, in welchem es die Frauen geschafft haben, die letzten Männerbastionen zu erstürmen. Manche finden sich damit ab, manche nur schwer.
Ich muß dich aber nun trotzdem mal fragen, da ich es aus dem Text nicht hinauslesen konnte, und mal relativ sicher die schönen Anfeindungen gegen uns Männer umschifft habe.
Was ist deine Motivation, zur Bundeswehr zu gehen? Weil dein Freund Soldat ist, genau wie dein Onkel? Ich zitiere mal einen kompletten Satz, also nicht nur Fragmente:
Ich selber habe mich für die Offizierslaufbahn beworben und das nicht aus anderen Gründen als mich hochschlafen zu wollen oder nur wegen dem Geld.
Wie meinen??!! Vor allem mit dem ersten Teil hadere ich doch sehr, aber vielleicht verstehe ich es auch falsch.
Gut, du bist jetzt also beim Bund. Welche Truppengattung, welche Einheit (nur ungefähr, damit ich mir ein Bild machen kann, also Heer in der Sanitätskompanie oder Panzerkommandantin auf dem Leopard 2), damit ich mir ein Bild von dir machen kann.
Weißt du, warum es für viele Männer nach wie vor schwer ist, Frauen an ihrer Seite im Gefecht zu akzeptieren? Weil es ablenkt! Ihr tut das vielleicht nicht mit Absicht oder Böswillen (die will ich euch auch nicht unterstellen), aber wenn ein Mann immer mit dem Gedanken daran beschäftigt ist, den Arsch seiner Kameradin aus der Schusslinie zu halten (und die Gedanken macht er sich dann, ohne das zu wollen), dann ist er im Felde nur noch zu 50% effizient.
Thema Kriegseinsätze. In den USA ist das Gang und Gäbe, Frauen mit ins Gefecht zu schicken, auch wenn sehr ungern darüber berichtet wird, wenn (wie jetzt im Irak) welche bei Anschlägen sterben. Männern sterben jeden Tag, weißt du, aber Frauen? Puuh, das macht sich schlecht in den Nachrichten. Denn da gehen bei allen Frauenrechtsorganisationen die Alarmanlagen an und es kommen Stimmen: "Warum habt ihr die Damen in den Krieg geschickt?"
Ich weiß, das passt euch Damen nicht, aber uns Herren passt das noch weniger. Die Zeiten sind vorbei, in denen Kriege im Stillen ausgefochten werden, und wann immer es heißt: "Bei einem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul starben 26 Soldatinnen in einem Bus.", da wird dann Kritik an der Effizienz einer Armee laut. Und eine Armee kann immer nur dann effizient sein, wenn ihre Mitglieder nicht den Ablenkungen unterworfen sind.
Kein männlicher Soldat hat heutzutage Probleme damit, sich von einer Frau im höheren Dienstgrad Befehle erteilen zu lassen, damit wir uns nicht falsch verstehen, aber im Einsatz im offenen Feld werden Frauen nach wie vor ungern eingesetzt, und das ist Fakt.
Die Belastungen sind auch so schon hart genug, aber Männer haben es von Natur aus leichter, Gefahrensituationen intuitiver anzugehen (das schon seit der Steinzeit), Frauen sind dafür einfach nicht in der Evolution geschult. Das ist ein Vorgang, der erst heranreifen muß, und deswegen wird sich an den heutigen Bedingungen auch erstmal nicht so viel ändern. Jedenfalls nicht in Deutschland.
Lebe ich deswegen hinter dem Mond, wenn ich sage, ich möchte nicht, dass meine Freundin in einen Krieg zieht, um dort an vorderster Front mitzukämpfen, anstatt aus einem rückwärtigen Kommandostand Befehle an Piloten und Panzerkommandanten zu funken?
Was die körperliche Verfassung angeht, so stimmt es teils teils. Es gibt auch Frauen bei der Feuerwehr, aber genau wie in der Armee ist das ein verschwindend geringer Anteil. Nicht, weil sie es nicht vielleicht machen wollen, sondern weil sie es nicht können.
Und es gibt so viele Berichte, in denen Frauen dann doch nahegelegt wurde, sich den Job bei der Armee nochmal zu überlegen, weil es nicht das Richtige für sie sein könnte, aber da schreit ja gleich wieder jeder 'Diskriminierung'!
Frauen sind gute Strategen, geben gute Führer ab, haben meist einen allumfassenden Blick über die Lage - das stimmt alles, und wofür es manchmal drei Männer braucht, das kann eine Frau schaffen.
Aber ich denke, du gehörst zu dem einen Prozent der Frauen, die es für sinnvoll erachten, eine Männerdomäne, wie es die Bundeswehr ist, zu erstürmen. Lasse nur bitte auch jedem das Recht zu entscheiden, ob er an der Seite einer Frau in ein Gefecht ziehen will. Das ist nämlich viel komplizierter, als es aussieht.
Wenn du aus dem Krieg wiederkommst, dann kannst du ja mal deine Erfahrungen hier schildern, das würde mich nämlich wirklich interessieren. Ich kenne so viele harte Typen, die im Kosovo waren, und die nach Hause gekommen sind und wie ausgewechselt waren. Gebrochene Menschen, die die Gräuel mitansehen mußten, für das einen keine Armee vorbereitet. Es hat alles seine Schattenseiten. Es gibt Männer, die wollen euch nur davor schützen. |
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