|
|
|
geschrieben am: 07.12.2002 um 13:43 Uhr
|
|
also ich hab hier eine Geschichte, sie stammt von Amroth, einem Zauberwäldler. Anhand dieser Geschichte ist eigentlich ziemlich klar, wo der Räuberwald hingehört.
Eines Morgens, als der Zauberwald gerade aus dem Schlaf erwachte, die letzten Nachtwesen verschwunden waren und der Nebel über dem Zauberwaldsee sich gerade aufgelöst hatte, geschah etwas Seltsames. Über dem Zauberwaldsee erschien eine Gestalt, wie sie noch nie ein Mensch gesehen hatte. Sie schien weiblichen Geschlechts zu sein, aber irgendwie ohne Alter.... zeitlos.Vorsichtig schaute sie sich um, ob sie auch nicht beobachtet würde, bevor sie leise zu singen begann, daß einem das Herz schwer wurde, so schön sang sie. Einige Vögel erwachten und bewegten sich in den Bäumen und das Einhorn das leise an den See trat, um zu trinken, blieb auch stehen und lauschte der Stimme.
Man erzählte sich im Zauberwald leise untereinander, wenn es sonst keiner hören konnte, manchmal von Zagura, dem Wasserwesen, die sich alle 100 Jahre eine Gefährtin holte, um Gesellschaft zu haben. Vor nicht allzulanger Zeit habe sie sich wieder eine geholt, so sprach man. Zagura sei nicht böse, im Gegenteil, sie sei herzensgut, so erzählte man sich. Ehrfurchtsvoll sprach man von ihr, die den See beherrschte, die aber noch nie jemand sah, außer den Frauen, die sich Zagura als Gefährtinnen holte. Zagura war es nun, die dort über dem See schwebte und so herzzerreißend sang.
Plötzlich erschien eine andere, schwarze Gestalt am Ufer! Das Einhorn sprang sofort entsetzt davon, denn die Gestalt, die dort stand, schien durchsichtig..... unwirklich! Nur schemenhaft war sie zu erkennen, und Unheil strahlte sie aus. Die Umrisse zeigten einen Mann in schwarzem Umhang mit einem Degen in der Hand.
Die ganz Alten im Zauberwald erzählten den Jungen an langen Winterabenden manchmal eine Geschichte. Die Geschichte vom Schwarzen, der von Dartagnon besiegt wurde, als er dieSchlange beleidigte und Dartagnon um ihre Ehre kämpfte. DerSchwarze starb damals im Zauberwald einen ehrlichen Tod im fairen Duell. Aber Dartagnon schaffte es nur, die sterbliche Hülle des Schwarzen zu vernichten. Der Geist des Schwarzen war zu stark, um mit einem Degen ausgelöscht zu werden. Dieser Geist lebte fort. Und dieser Geist war es auch, der nun dort am Ufer des Zauberwaldsees stand und zu der lieblichen, singenden Gestalt hinüber sah.
Plötzlich bemerkte sie ihn und sie verstummte sofort. Sofort herrschte Schweigen im Walde. Keine Vogelstimme war mehr zu vernehmen, kein Geräusch durchdrang diese greifbare Stille.
"Wer bist du?" fragte Zagura.
"Man nannte mich DerSchwarze, als ich noch unter den Lebenden weilte." antwortete DerSchwarze.
"Was willst Du hier?" fragte Zagura weiter.
"Ich habe von Dir gehört und ich bitte Dich um Hilfe." sagte DerSchwarze. "Ich starb im Zauberwald aber ich war noch nicht bereit dazu. Mein Leben war noch nicht zu Ende gelebt. Deshalb streife ich immer wieder ruhelos als Geist durch die Gegend. Den Zauberwald allerdings muß ich meiden, denn dort, wo ich starb, kann ich nicht mehr sein."
"Wie kann ich Dir helfen?" sprach Zagura.
"Kannst Du nicht einen Ort für mich finden, an dem ich wieder ich selbst sein kann? Ein Ort, der düster, unheimlich und geheimnisvoll ist, ein Ort, der auch einem Abenteurer wie mir zum Dasein gereicht? Ein Ort, wo sich Räuber, Zauberer, Hexen und schwarze Magiere treffen? Ein Ort, an dem auch das Böse seine Berechtigung hat. So einen Ort suche ich."
"Ich will Dir helfen. Doch mußt Du mir versprechen, daß ihr niemals den Frieden im Zauberwald stören werdet."
"Ich verspreche es." sagte DerSchwarze.
"Dann schau, was nun auf der anderen Seite des Sees geschieht!" entgegnete Zagura.
Die Bäume die dort eben noch vereinzelt und lichtumflossen gestanden hatten, waren zu einem dichten, undurchdringlichen Wald geworden.
|
|
|
|
|