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geschrieben am: 20.04.2002 um 21:28 Uhr
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Zeitreise
Traurig Dir die Worte von den Lippen kommen,
Deine Augen glasig leer,
all Deine Hoffnung wurde Dir genommen,
ach wie leidest Du so sehr.
Lächelnd erinnere ich mich daran,
daß ich damals auch dort stand,
mühsam, eilig, kindlich rann,
und den Frieden doch nicht fand.
Wie verzweifelt und zerstört,
ach mein Leben ohne Sinn,
wo er doch zu mir gehört,
und ich so einsam ohne ihn bin.
Und mein Herz, wie sehr es pochte,
wenn mich seine Augen berührten,
zu denken ich nie vermochte,
daß unsere Wege nie zueinander führten.
So naiv und so verliebt,
nur das Gefühl, nichts sonst zählte,
sicher sein, daß es niemals einen anderen gibt,
zittrige Hände, wenn ich seine Nummer wählte.
Ganz unbewußt hast Du mich zurückgerissen,
in meine frühere Zeit,
als Sehnsucht noch hieß vermissen,
und lieben grenzenlose Glücklichkeit.
Und heute:
Oh wie oft denke ich daran,
daß ich heute noch dort stehe,
und wie eilig ich doch damals rann,
mühsam, langsam den Weg nun gehe.
Nie verzweifelt und nie zerstört,
und auch heute mein Leben ohne Sinn,
nicht der Wunsch, daß jemand zu mir gehört,
glücklich, wenn ich einsam bin.
Und mein Herz, es nie wieder pochte,
wenn mich seine Augen berühren,
damals zu denken ich nicht vermochte,
heute dankbar, daß unsere Wege nicht zueinanderführen.
Kein Hauch von Naivität und nicht mehr verliebt,
nie mehr gedacht, daß nichts sonst zähle,
unsicher, da es so viele gibt,
Bewegungen ganz mechanisch, wenn ich seine Nummer wähle.
Ganz unbewußt hast Du mich zurückgerissen,
in meine frühere Zeit,
als Sehnsucht noch hieß vermissen,
und lieben grenzenlose Glücklichkeit.
Und wenn ich wählen könnte,
würde ich mich zurückwünschen,
den Schmerz und den Kummer gerne auf mich nehmen,
denn dann würde ich auch wieder merken,
daß ich lebe.
Eichendorff
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